Vor 30 Jahren fuhren die meisten Autos noch mit Vergaser und die wenigsten hielten einen elektromagnetischen Impuls für eine ernstzunehmende Gefahr. Heutzutage gibt hingegen selbst die NASA zu, dass wir uns von solch einem Ereignis nicht erholen würden.

Es würde jegliche Infrastruktur unserer modernen Gesellschaft lahmlegen, da wir stark von der Elektronik abhängen. Keine Kommunikation, kein Verkehrswesen und damit keine Möglichkeit, mit Deinem nagelneuen Auto dem chaotischen städtischen Dschungel zu entkommen.

Wenn Du Dich also dafür interessierst, Dein Auto gegen einen elektromagnetischen Impuls (im folgenden EMP abgekürzt – electro magnetic pulse) abzusichern, wird Dir dieser Artikel weiterhelfen.

EMP Schutz für Dein Auto

Nachdem ich in einem Artikel einen Absatz über Bug-Out-Fahrzeuge geschrieben habe, stellte sich mir die Frage, wie ich bei einem EMP meine eigene Mobilität bewahren könnte. Welche Auswirkungen hätte ein EMP auf ein Automobil und wie kann ich sie vermeiden?

emp-stromausfall
Im Falle eines EMP ist die gesamte auf Elektrizität basierende Infrastruktur lahmgelegt.

9 Fakten für die Wahl Deines Autos im Hinblick auf einen EMP

 

Die folgenden Hinweise werden Dir helfen, ein gutes Bug-Out-Fahrzeug zu wählen, dass auch einem EMP widerstehen könnte:

 

Vorteil eines Dieselmotors

Ein EMP würde die Förderung, Raffinierung und den Vertrieb von brennbaren Treibstoffen vermutlich zum Erliegen bringen. Der Treibstoff im Tank und in den Kanistern, wird Dein einziger Treibstoff sein, den Du für einen längeren Zeitraum zur Verfügung hast. Umso raffinierter ein Treibstoff ist, desto kürzer lässt er sich lagern. Diesel ist weniger raffiniert als unverbleites Benzin und lässt sich daher länger lagern.

Du kannst Biodiesel aus Pflanzen herstellen, die Du selbst anbauen kannst. Dieselmotoren sind in gewisser Weise einfacher konstruiert als Benzinmotoren und haben vor allem kein Zündsystem wie letztere. Damit fällt ein durch einen EMP verwundbarer Bestandteil bereits weg.

 

Tankumfang erweitern

Bei vielen Autos kannst Du eine Tankerweiterung und/oder einen zusätzlichen Tank integrieren und damit Deine Reichweite erhöhen. Nach einem EMP wird es vermutlich wenige oder gar keine Tankstellen geben. Um an verbleibenden Treibstoff zu kommen, wirst Du lange Wege in Kauf nehmen und eine gute Handpumpe parat haben müssen.

 

Stauraum und Anhänger

Wenn Du alles, was Dir lieb ist zusammen getragen hast – Deine Frau, Deine 1,47 Kinder, Haustiere und einen großen Teil Deines Haushalts – wirst Du viel Raum in Deinem Auto brauchen. Dachkonstruktionen, Anhänger (natürlich mit Anhängerkupplung) und ähnliches werden dabei sehr hilfreich sein.

 

Geländewagen

Allrad-Antrieb, ein vollwertiges Ersatzrad, viel Raum zwischen Fahrzeugboden und der Straße, Geländereifen, Sperrdifferentialgetriebe, Seilwinde, Anhängerkupplung und Geländebeleuchtung werden sehr hilfreich sein. Denn in einer Welt nach einem EMP werden die Straßen nicht mehr gewartet. Liegen gebliebene Autos werden die Straßen verstopfen. Und selbst bei wetterbedingten Hindernissen, wie einer eingeschneiten Straße, ist ein Allrad-Geländewagen ein gute Idee.

 

Einfache Instandhaltung und Reparatur

Einfachheit ist eine hervorragende Sache, wenn es um’s Überleben geht. Ohne Computer sind moderne Autos unglaublich kompliziert zu warten – geschweige denn zu reparieren. Aus diesem Grund sind ältere Autos vorteilhafter. Ein gutes Handbuch und die passenden Werkzeuge sowie Ersatzteile sind hierbei unverzichtbar.

 

Gängige Einzelteile

Ein teures Auto mag vielleicht großartig aussehen und sich gut zum Tagträumen eignen. Aber wenn Du nach einem EMP das erste Ersatzteil brauchst, wirst Du Dir wünschen, doch lieber ein etwas gängigeres Modell gekauft zu haben. Noch besser sind 2 bis 3 preiswerte, als eins, das Deinen finanziellen Rahmen sprengt.

Das habe ich von meinem Opa gelernt. Er kaufte sich mehrere kaputte Gebrauchtwagen, um daraus ein, zwei funktionierende zu basteln und obendrein einen großen Vorrat an passenden Ersatzteilen zu haben. Nach einem EMP wird ein Ersatzteil-Lager von großem Wert sein.

 

Möglichst wenig Mikroelektronik, Computer und Chips

Moderne Auto verfügen über mehr als 100 Prozessoren, die mit geringer Energie laufen. Sie steuern und kontrollieren virtuell nahezu jeden Vorgang des Motors und sind besonders anfällig für einen EMP.

Wie weit wirst Du wohl kommen, ohne Motor, Allrad-Antrieb und Treibstoff-Einspritzer? Zugegeben, Autohersteller schirmen diese Teile vernünftigerweise zu einem gewissen Grad ab. Aber einer Frequenzbreite und Feldstärke eines EMP würden sie nicht standhalten können.

Vermeide daher folgende Bestandteile oder ersetze sie durch ihre nicht-elektronischen Entsprechungen – oder integriere sie in einen faradayschen Käfig:

 

  • PCM (Powertrain Controle Module)
  • ABS (Anti-breaking System)
  • elektronische Einspritzung
  • elektronische Zündung
  • computergestützte Diagnose- und Kontrollsysteme
  • Verbraucher-Elektronik (alles, was Deinen Armaturenbrett wie ein Raumschiff aussehen lässt)
  • Lange Antennen
  • negative Batterie-Erdung über das Fahrgestell

 

Auffällig oder Unauffällig

Nach einem EMP werden viele Fahrzeuge nicht mehr funktionieren, sodass ein fahrbarer Untersatz schnell zu einer begehrten Rarität wird. Daher solltest Du Dich entscheiden, welche Variante Du bei der Farbe wählst. Die Natur zeigt uns einerseits, dass es ein großer Vorteil ist, aufgrund von Tarnfarben nicht gesehen zu werden und andererseits, dass eine auffallende Farbgebung eine abschreckende Wirkung haben kann. Ich persönlich tendiere zur Tarnung.

 

Leitendes Metallgehäuse

Die beste EMP-Resistenz erreichst Du mit einem leitenden Metallgehäuse, das sowohl den Fahrgastraum als auch den Motor umschließt – faradayscher Käfig. Oder überdecke den Motor mit Karosserieteilen, die aus Fiberglas, Plastik oder anderem nicht-leitenden Material gefertigt sind.

 

Wie verstärkst Du den Schutz vor einem EMP?

Wenn Du all diese Ratschläge bereits befolgt hast, bist schon ein gutes Stück weiter auf dem Weg, einen EMP zu überstehen. Es gibt allerdings noch eine Menge an Modifikationen, die Du an Deinem Auto und Deinem Verhalten in Bezug auf einen EMP durchführen kannst.

Egal für welches Auto Du Dich entschieden hast, es gibt immer noch ein paar Sachen zu tun, um die Auswirkungen eines EMP zu minimieren.

  • Erde alle leitenden Teile an einem Punkt am Fahrgestell
  • Parke Dein Auto in einer vor EMPs abgeschirmten Garage
  • Verbinde Dein Auto nicht mit einer ungeschützten Motorblockheizung
  • Ersetze alle ungeschützten Kabel durch geschützte Kabel
  • Stelle sicher, dass alle leitenden Fahrgestellteile des Autos genügend Kontakt zueinander haben (Metall auf Metall). Das hilft dabei, die Energie über das Gehäuse zu leiten, wie bei einem faradayschen Käfig. Elektromagnetische Abschirmung ist kein absolutes Unterfangen, jede Kleinigkeit kann ein bißchen helfen.
  • Leite die Kabel entlang des Fahrgestells
  • Verwende Klappferrits an Kabelenden
  • Schütze Kabelein- und ausgänge mit einem Überspannungsschutz. Der Überspannungsschutz sollte schneller als eine Millisekunde sein, um hohe Voltzahlen zu meistern.
  • Abschirmung des Zündsystems (Kerze und Kondensator)
  • Installiere einen für EMPs ausgelegten Überspannungsschutz für Deine Antenne
  • mechanische Treibstoff- und Wasserpumpe
  • Vergaser oder mechanische Einspritzung
  • Besorge für alle Teile, die Du nicht im faradayschen Käfig unterbringen kannst, genügend Ersatz. Die meisten Teile musst Du nicht mal kaufen, sondern kannst sie bei kaputten Motoren ausbauen – vergiss aber nicht, sie zu testen.
  • Im Gegensatz zur Automatik ist sie leichter zu reparieren und Du kannst Dein Auto ohne Batterie durch Anschieben zum laufen bringen.

 

Das ist sicherlich keine komplette Liste, was Du gegen einen EMP machen kannst. Jedes Auto ist unterschiedlich und deshalb gibt es auch keine allgemeingültigen Wahrheiten, um sich abzuschirmen. Denke daran, dass alles, was Du tust, Dich ein wenig sicherer macht. Fange mit den einfachen und preiswerten Sachen an und arbeite Dich von da aus langsam weiter voran.

Bildquelle: wikipedia.org

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