Beim Zusammenstellen meiner persönlichen Survival-Ausrüstung steht ein Messer ganz oben auf der Liste, denn es ist eins der effektivsten Werkzeuge, die es gibt. Meiner Erfahrung nach ist ein ordentliches Messer das ultimative Basic überhaupt.

Einem normalen Zeitgenossen erscheint dies vielleicht wie eine Überbewertung: Was wäre der Zweck eines Messers, außer zu schneiden? In der heutigen Zeit der großen Bequemlichkeit mag das vielleicht stimmen, doch was ist wenn der Notstand ausgerufen wird und die Versorgung einbricht?

Jede Krisensituation im Gelände kann man theoretisch nur mit Hilfe eines Messers meistern – was alles machbar ist, möchte ich gern mit Ihnen teilen.

 

„My home is my castle“ – das Lager lichten und sichern

Wenn das Messer schwer genug und die Klinge lang genug sind, können Sie damit einen Weg durch dichte Vegetation bahnen. Für eine größere Reichweite und mehr Schwung binde ich es an das Ende eines starken Stocks.

Ein Messer ist unbestritten eine Nahkampfwaffe, die aus der Defensive zur Selbstverteidigung gegen Menschen mit unlauteren Absichten verwendet wird. Es bietet Ihnen sofortige Sicherheit, sobald Sie es in die Hand nehmen.

 

Das Messer als Speer

Ein Speer gibt zudem eine gute Jagdwaffe ab. Es ist zwar nicht einfach, einen Hasen zu erlegen, aber wie wäre es heute abend mit frischem Fisch?

Andererseits können Sie mit dem Speer etliche frei lebende Tiere vertreiben, die von Licht oder Essensgeruch angelockt werden.

 

Wenn sich der große Hunger meldet

Wenn Sie einen Krebs oder einen Fisch gefangen haben, wird es ein Leichtes sein, mit dem Messer die Beute auszuweiden oder zu filetieren.

Und wenn es schnell gehen soll, öffnet eine spitze Klinge im Handumdrehen Dosen und Flaschen. Falls eine Gabel fehlt, essen Sie einfach nur mit dem Messer!

 

Batoning – Mit dem Messer Kleinholz machen

Wie viel Holz habe ich schon mit einem Messer gespalten! Dafür braucht man zusätzlich ein Schlagholz (Baton). Damit treiben Sie die Klinge quer durch das Holz, bis sich der Klotz spaltet.

Diese Technik funktioniert allerdings nur mit einer breiten, mindestens 12 cm langen feststehenden Klinge, am besten mit Voll-Erl und einfachem Skandischliff. Klappmesser scheiden von vorneherein aus, da die beweglichen Elemente bei grober Handhabung Schaden davontragen können.

 

Feuer sichert das Überleben

Angenommen, die Streichhölzer sind feucht, das Feuerzeug ist leer und den Feuerstahl haben Sie unterwegs verloren. Viel schneller als ein Handbogenbohrer kann eine Klinge Funken produzieren.

Dazu legen Sie etwas Zunder bereit und reiße die Klinge an einem Feuerstein an. Alternativ geht es, ein kleines Stück “char cloth” auf den Stein legen und die Klinge schnell darüber zu reiben, bis Funken das Material entzünden.

 

“Ach hätt´ ich einen Hammer”

Nicht nötig, weil Sie ein stabiles Messer zur Hand haben: Der Knauf eignet sich ideal, um beim Zeltbau Heringe in den Boden zum hämmern (siehe das beliebte Messer von Bear Grylls).

Angenommen, Sie möchten Ihre Hinterlassenschaften vergraben, können Sie eine robuste Klinge als Mini-Schaufel benutzen, um ein Loch im Boden auszuheben.

 

Notfallhilfe bei Mensch und Montur

In einer Notsituation fertigen Sie mit Ihrem Messer ein gut sichtbares Signal für die Luftrettung an, indem Sie im Erdboden oder im Schnee große Markierungen setzen. Bei Sonnenschein bewegen Sie die blanke Klinge, um mit Reflexionen Ihre Position anzuzeigen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen können Leben retten: schneiden Sie schmale Stoffstreifen und stoppen Sie durch Abbinden eine Blutung.

Wann immer Sie schnelle Reparaturen an der Ausrüstung vornehmen müssen, erledigt Ihr Messer alle Aufgaben einwandfrei.

Die Klinge selbst dient als hervorragendes Werkzeug, um einen Pfahl anzuspitzen und einzuschlagen. Anschließend lässt sich mit der gereinigten Messerspitze der Holzsplitter aus dem Daumen entfernen und die tägliche Maniküre erledigen.

Mit dem Messer stellen Sie ebenso Werkzeuge wie Schlingen, Fischhaken oder Seile aus Pflanzenfasern her: Bei allem, was das Überleben im Gelände sichert, ist ein Messer maßgeblich beteiligt.

 

Fazit

Gute Survivalmesser sind überaus vielseitig, weshalb Sie meiner Meinung nach mindestens eins (besser noch zwei oder drei) besitzen sollten: Ein feststehendes Messer mit einer großen Klinge für die grobe Arbeit und ein kleineres Klappmesser, wenn Präzision gefragt ist. Für die meisten Anwender reicht auch ein Outdoormesser, wobei Sie sich über die entsprechenden Anwendungsgebiete im Klaren sein sollten.

 

Dieser Artikel ist Teil des Community-Projektes.

Autor: Maxim Wegner

Die hier dargestellten Meinungen & Aussagen entsprechen nicht zwangsläufig denen, der Survivor Magazin Redaktion.

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