Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen. Er lebt in Gemeinschaft mit dem Menschen überall auf der Welt. Er  ist Spielgefährte, Wächter und Beschützer. Manchmal aber, kann er auch zu einer lebensbedrohlichen Gefahr werden. Ich will Dir deshalb ein paar Tipps zur Hand geben, wie Du Dich im Falle eines Hundeangriffs verhältst, um diese unter Umständen hochgefährliche Situation zu überstehen.

Wann sind Hunde gefährlich?

Zur Gefahr werden Hunde im Speziellen in drei Situationen.  Zum Ersten (und das ist die übelste aller Situationen), wenn der Hund mannscharf ist und vom Halter auf Dich gehetzt wurde oder Du ausversehen oder in voller Absicht, das Ihm zum Schutz übergebene Territorium betrittst.

Zweitens, wenn ein schlecht erzogener Hund seinem Halter entlaufen ist oder der die Kontrolle über den Hund verloren hat.

Drittens können Hunde auch verwildern. Dabei handelt es sich um über längere Zeit entlaufene oder ausgesetzte Hunde. In Deutschland ist das recht unwahrscheinlich, da solche Tiere recht schnell und zuverlässig wieder eingefangen werden. In anderen Ländern sind Begegnungen mit Verwilderten Hunden allerdings nicht unüblich.

Leistungsvermögen von Hunden.

Hunde sind mit ausgesprochen guten Sinnen ausgestattet und körperlich Leistungsfähig (was sich selbstredend von Rasse zu Rasse unterscheidet).

Am stärksten ausgeprägt sind dabei Gehör und vor allem der Geruchssinn. Über das Gehör können Hunde eine Geräuschquelle mit einer Genauigkeit von bis zu 2-3 Grad genau ermitteln. Versteckst Du Dich vor einem Hund, ist daher jedes Geräusch absolut zu vermeiden.

Beeindruckender als das Gehör ist aber der Geruchssinn. Mit ihrem starken Geruchssinn können Hunde Fährten aufnehmen, die bis zu 24 Stunden alt sind und sogar das Alter dieser Fährte bestimmen.

Wie lange eine solche Fährte hält, hängt vor allem von Untergrund und Witterung ab.

 

Flucht vor einem angreifenden Hund

Wirst Du von einem Hund verfolgt, kannst Du versuchen im zu entkommen, indem er Dich aus den Augen, oder besser: der Nase verliert.

Wie gut oder schlecht das funktioniert, hängt vor allem von der Wahl des Fluchtweges ab. Der beste Weg führt durch Wasser. Hier verliert sich die Fährte und der Hund verliert Deine Spur. In Städten ist das aber schwer möglich. Urbane Räume bieten aber andere Vorteile.

Fährte HundWie schon gesagt, hängt es vom Untergrund ab, wie lange eine Fährte hält. Dabei gilt, je härter und weniger bewachsen ein Untergrund, umso flüchtiger ist die Fährte. Trockene Stein- oder Asphaltböden nehmen wenige Gerüche auf. Eine sehr schlechte Idee hingegen ist die Flucht über bewachsenen Untergrund. Hier kann eine Fährte bis zu einem Tag auffindbar sein.

Eine sehr gute Idee ist immer, einen Fluchtweg zu wählen, in dem sich viele Gerüche überlagern. In städtischen Gebieten wären das Wege, die z.B. an vielen Restaurants und Imbissen vorbeiführen oder Hundeparks, in denen Deine Fährte vom Geruch zahlreicher anderer Hunde überlagert wird.

In ländlichen Gebieten bietet sich eine Flucht über Koppeln an. Zwar ist der Untergrund dort besonders Geruchserhaltend, das gilt aber vor allem für die Gerüche der Weidetiere.

Analog dazu kannst Du in der Wildnis Wildwechsel kreuzen. Auch hier wird der Hund vom Geruch der kreuzenden Tiere abgelenkt.

Natürlich kannst Du auch aktive Maßnahmen ergreifen, um den Hund zu verwirren. Durch mehrfaches Kreuzen der eigenen Route bietest Du dem Hund mehrere Fährten zugleich an. Ebenfalls effektiv ist das Verstreuen starker Geruchsstoffe.

Wenn Du dich also in eine Situation begeben musst, in der Du fürchtest, Du wirst vor einem Hund flüchten müssen, nimm Dir eine Tüte Pfeffer oder Cilli mit.

Nutze auch das Gelände. Hunde sind keine besonders guten Kletterer. Mauern oder steile Abhänge können für sie unüberwindbare Hindernisse darstellen.

Verteidigung gegen einen Hund

Die oberste Regel ist immer, einem Kampf mit einem Hund aus dem Weg zu gehen. Einige Rassen sind regelrechte Kampfmaschinen, was die körperlichen Voraussetzungen angeht – wie gefährlich der Hund am Ende wirklich ist, hängt jedoch vom Halter ab. Aufgrund der körperliche Stärke, hast Du nur bei absolut richtigem Verhalten eine Chance. Gelingt es nicht, den Kampf zu vermeiden, gilt die zweite Regel, die Du niemals verletzten darfst: bleibe unter allen Umständen auf zwei Beinen. Fällst Du, hast Du verloren.

Eines vorweg: wenn ein großer Hund Dich angreift, wird das auf keinen Fall schmerzlos über die Bühne gehen. Alles was Du jetzt noch tun kannst, ist zu versuchen, dass möglichst heil zu überstehen.

Das erste Opfer das Du wahrscheinlich bringen musst, ist dein linker Unterarm. Sorry, aber so ist es nunmal. In einem Kampf mit einem Hund kommt es darauf an, dem Hund etwas anzubieten, an dem er sich festbeißen kann und das sollte nach Möglichkeit nicht Dein Gesicht oder deine Schlaghand sein.

Da Hunde eine enorme Bisskraft haben können, ist es wichtig, Deinen Unterarm so gut es geht zu schützen. In Wäldern bieten sich dafür Äste an. In der Stadt greifst Du am besten auf Deine Jacke oder andere dicke Textilien zurück.

Lass den Hund sich nun in Deinen geschützten Unterarm verbeißen und um Himmels Willen, fall dabei nicht um.

pit-bullWas Du jetzt zu tun hast, hängt davon ab, um welche Art Hund es sich handelt, genauer von der Länge seiner Schnauze. Langschnäutzigen Hunden, wie etwa Schäferhunden begegnest Du am besten, indem Du versuchst die Schnauze zu brechen. Damit ist er kampfunfähig und Du bist gerettet. Mehrere starke und mittig gezielte Schläge auf die Schnauze, die sich in deinen Unterarm verbissen hat, können dies bewirken.

Bei kurzschnäutzigen Rassen, wie Pit Bulls wirst Du damit weniger Erfolg haben. Hier kannst Du nur gezielt um Dich treten und dabei versuchen, Bauch und Weichteile des Tieres so gut es eben geht zu bearbeiten. Nutze dabei die freie Hand, um den Hund an Deinen Unterarm zu binden, bis Du den Eindruck hast, Du gehst als Sieger vom Platz.

Wenn Dir das alles zu wild und brutal ist – was ich sehr gut nachvollziehen kann, kannst Du auch versuchen, Dich mit einem Abwehrspray zu verteidigen.

Die Verteidigung gegen den Angriff eines großen Hundes ist möglich, aber keine schöne Angelegenheit. Versuche daher immer einem Kampf aus dem Weg zu gehen.

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen und noch mehr, dass Du diese Hilfe nicht benötigen wirst. Aber vorbereitet zu sein, kann niemals schaden.

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