Wo fängst Du an, Dich für Notfälle zu wappnen?

Prepping (engl. Slang für preparing = vorbereiten) wird heutzutage immer beliebter und es gibt eine Menge an Informationen und Hinweisen, wie Du Dich am besten auf einen Notfall oder gar einen kompletten Kollaps unserer Welt vorbereitest. Wenn Du aber am Anfang Deiner Vorbereitungen stehst, womit solltest Du genau anfangen?

Es war sehr schwierig eine Liste zu entwickeln, die den vielfältigen Lesern und verschiedensten Katastrophen-Szenarien entspricht. Hinzu kommt die große Menge an nützlichen Informationen und wichtigen Fähigkeiten, die ein Überleben in der ein oder anderen Situation ermöglichen können. Aber ich glaube, mir ist eine akzeptable und ausgewogene Zusammenstellung gelungen. Ihr könnt auch Anregungen und Vorschläge in den Kommentaren hinterlassen, um anderen Anfängern zu helfen.

 

Informiere Dich über das Thema Prepping.

Es gibt unzählige Internetseiten und Bücher zu diesem Thema. Auf Blogs wie diesem wirst viele neue Sachen kennenlernen, die vermutlich Deine Perspektive verändern werden. Beachte dabei, dass Du selten genau weißt, was Du noch nicht weißt – klingt komisch, ist aber so.

 

Gute deutschsprachige Prepping-Internetseiten sind rar, aber es gibt sie:

Wie gesagt, die Liste in Deutschland ist noch klein. Ein Grund, warum ich beschlossen habe, diese Seite ins leben zu rufen. Wer weitere gute Quellen kennt, darf diese allerdings gern vorschlagen.

 

Gute Prepping (und Survival)-Bücher:

 

Entwickele und trainiere einen allgemeinen Notfall-Plan.

Nachdem Du ein paar Ideen gesammelt hast, was zu tun ist und wie Du das bewerkstelligen könntest, solltest Du einen genauen Notfall-Plan ausarbeiten. Das geht in die Richtung, als würdest die Grundzüge einer Geschichte skizzieren. Hier listest Du allgemein Deine Vorhaben und Sachen, die Du noch zu erledigen hast, auf.

notfallplanDiesen allgemeinen Notfall-Plan solltest Du ständig aktualisieren, um die Übersicht zu behalten. Er sollte an einem bestimmten Ort im Haus aufbewahrt werden (oder mit genauen Kopien an mehreren Orten), sodass alle Familienmitglieder wissen, wo sie ihn finden können.

Ich würde einen Plan in einem Ordner zu Hause abheften und einen in meinem Notfall-Set für den Gebrauch außer Haus aufbewahren. Digitale Kopien sind immer eine gute Idee, sollten aber niemals die einzige Art der Aufbewahrung sein.

Was für informative Listen Du auch erstellen solltest, sie sollten stets Eingang in Deinen Notfall-Plan finden. Notfall-Kontakte, Karten, Frequenzen, Notfall-Signale, und so weiter.

Du solltest auch eine ungefähre Vorstellung davon haben, welche Punkte auf Deinem Notfall-Plan Du in welcher Situation umsetzen musst. Je nach Szenario ergeben sich unterschiedliche Prioritäten, so kann es beispielsweise Situationen geben, in denen Du Deine Angehörigen nicht zu kontaktieren brauchst oder dazu nicht die Möglichkeit besteht. Ordne die Prioritäten der einzelnen Punkte also möglichen Szenarien zu.

Der springende Punkt ist, einen Plan zu entwickeln, der auf alle möglichen Situationen anwendbar ist. Dieser Plan sollte nicht nur Deine bisherigen Vorbereitungen umfassen, sondern auch die Dinge die noch lernen oder besorgen musst. Dann solltest mit strenger Disziplin daran gehen, die Punkte auf Deinem Plan zu lernen und zu trainieren – am besten mit der ganzen Familie.

Hierbei ist Wiederholung der Schlüssel zum Erfolg. Probe alles soweit wie möglich, was zu Deinem Plan gehört, auch wenn es sich nicht komplett in Deiner jetzigen Lage umzusetzen lässt. Es ist auch sinnvoll, dem Rest der Familie Aufgaben zu stellen und ihren Lernprozess zu begleiten.

Bereite Dein Ausrüstungs-Set vor.

Es gibt eine ganze Reihe an Informationen und Tipps für Deine Ausrüstung im Internet. Du musst Dir zuerst darüber im Klaren sein, für welche Eventualitäten Du Deine Ausrüstung (auch bekannt als „bug out bag“) vorbereiten willst. In Kürze werde ich zu diesem Thema noch einen ausführlichen Artikel veröffentlichen.

bug-out-bagGrundsätzlich sollte Dein Ausrüstungs-Set eine medizinische Grundversorgung und überlebenswichtige Hilfsmittel, ersatzweise Kommunikationsgeräte, etwas Geld, Kleidung und wichtige Dokumente als Kopie enthalten.

Verstaue Deine Ausrüstung an einem schnell und problemlos zugänglichen Platz. Eine Inventurliste dieser Tasche sollte Eingang in Deinen Notfall-Plan finden. Wenn Du nicht genau weißt, was Du einpacken sollst, kannst Du auch mit diesem gepackten „4 Person Survival Kit“ beginnen – ideal für Anfänger.

Lege eine Liste für Kontakte im Notfall an.

Im Falle einer Katastrophe, beispielsweise eines Wohnungsbrandes, müssten Deine Familienmitglieder unter Umständen jemanden benachrichtigen. Haben alle in Deiner Familie die Telefonnummern, Adressen und Wegbeschreibungen zu den Wohnungen oder Arbeitsplätzen all der anderen Familienmitglieder und Menschen, denen Du vertraust?

Hast Du alle Polizei-, Feuerwehr- und Krankenhaus-Telefonnummern aufgelistet? Lege eine ausführliche Liste an und versichere Dich, dass alle anderen eine Kopie davon haben. Diese Liste sollte auch in Deinem Notfall-Plan abgeheftet werden.

Entscheide, wo Du im Katastrophen-Fall hingehen musst.

Wahrscheinlich ist Dir bereits bewußt, dass Du in einigen Szenarien Dein Haus verlassen musst – im Falle eines Brandes, einer Flut, eines Erdbebens oder auch nach einem überraschenden Laserangriff der Marsmenschen. Aber wohin willst Du in diesem Falle gehen und, vor allem, wie kannst Du Dein Ziel erreichen?

Falls Du noch ein Anfänger im Prepping bist, wirst Du vermutlich nicht gleich einen komplett ausgearbeiteten Fluchtplan mit allen möglichen Routen brauchen, aber Du solltest doch zumindest eine grundsätzliche Vorstellung davon haben, wo und wie Du Dich in Sicherheit bringen kannst.

Entscheide, wer in Deinen Plan inbegriffen ist – und wer nicht!

Dies mag vielleicht eine seltsame Sache sein, um darüber nachzudenken, aber es könnte auch Dein größter Fehler werden, wenn tatsächliche eine Katastrophe eintreten sollte. Wenn Du nicht aufpasst, was Du sagst und tust, planst Du vielleicht das Überleben für vier Menschen und hast am Ende zwölf hungrige Menschen zu versorgen.

Prepping Gruppe

Es ist also ratsam, von Anfang an mit zwölf Menschen zu planen (und diese auch in die Vorbereitung einzuschließen und zur Selbsthilfe zu befähigen) oder aber die anderen acht Menschen im Unklaren darüber zu belassen, was Du vorbereitest.

Das ist auch ein guter Zeitpunkt zu überlegen, was Du mit Deinen Haustieren machen wirst – keine leichte Entscheidung, aber besser eine Entscheidung nach reiflicher Überlegung treffen, als in einer Notsituation.

Integriere Üben und Lernen in Deinen Alltag.

Fähigkeiten wiegen nichts. Mach Dir bewußt, dass es einfacher ist zu wissen, wie Du etwas aus den Dir zur Verfügung stehenden Mitteln herstellen kannst, als diese Materialien mit Dir herumzuschleppen.

Mit genügend Wissen kannst Du nackt und mittellos in einem dichten Wald ausgesetzt werden und problemlos überleben. Es klingt altbacken, aber nur Übung macht den Meister! Ein großer Teil der Vorbereitung auf einen Ernstfall besteht aus ständigen Proben. Spezial- und Sondereinsatzkräfte trainieren monatelang für ihre zum Teil kurzen Einsätze. Das sollte auch für Dich gelten.

Ermuntere Deine Familie zum mitmachen.

Warum habe ich das nicht bereits als ersten Punkt genannt? Ganz einfach, weil Du noch gar keine Fragen beantworten könntest. Du musst begreiflicherweise Dir erstmal selbst einen Überblick verschaffen, bevor Du versuchst, Deine Familie davon zu überzeugen. Es ist ein wichtiger Punkt – aber eben erst nach einigen anderen wichtigen Punkten. Ansonsten folgt diese Liste keiner strengen Reihenfolge, aber Du verstehst sicher, was ich sagen wollte. Du solltest auch erstmal ausreichend recherchieren, bevor Du mit älteren Familienmitgliedern sprichst – Du wirst vermutlich überrascht sein, wieviel Kenntnisse sie haben.

Ordne Deine Finanzen

Das klingt vielleicht etwas abwegig, um sich für den Notfall zu rüsten, aber ist tatsächlich ziemlich wichtig. Vorräte anlegen oder etwaige Kurse besuchen wird Geld kosten. Wenn Du von unbezahlten Rechnungen überschüttet wirst, kannst Du keine weiteren Sachen kaufen und musst alles auf mühsame und langwierige Art und Weise beschaffen – das dauert am Ende länger, als es müsste.

Schau Dir also Deine Finanzen an und beginne, Dein Leben gemäß Deinen finanziellen Mitteln zu bestreiten. Hierzu gibt es auch einige hilfreiche Ratgeber:

Trainiere Deinen Körper und ernähre Dich gesund

Statistisch gesehen überleben Menschen, die einen durchtrainierten und gesunden Körper haben, sehr viel wahrscheinlicher Katastrophen und andere Notfälle.

Die Gründe hierfür sind offensichtlich: Wenn Du in Form bist, benötigst Du weniger Medizin, kannst längere Strecken zurücklegen und dabei mehr Gewicht tragen – und Du kannst Dich besser im Kampf verteidigen.

Fange an, zu trainieren, Dich richtig zu ernähren und genügend Schlaf zu bekommen. Das solltest Du natürlich auch machen, wenn Du kein Anfänger unter den Preppern bist, denn es könnte die entscheidende Bedingung für Dein Überleben sein.

Es gibt verschiedene Trainingsprogramme, aber mein Favorit ist das Bodyweight Workout von Mark Lauren (dazu wird es noch einen sehr ausführlichen Artikel geben), das der Autor zur Ausbildung von Elite-Soldaten entwickelt hat. Es natürlich hart, aber wenn Fettab- und Muskelaufbau einfach wären, würde es wohl jeder machen.

Ein Kommentar

Kommentieren


*