Wenn Du es ernst meinst, zu überleben und sogar zu prosperieren in einem Szenario, in dem die jetzige Gesellschaft zusammengebrochen ist, dann weißt Du wahrscheinlich, wie wichtig es ist, einen passenden autarken Ort zu finden.

Einige von uns sind wegen der Familie oder Arbeit dazu gezwungen, in Großstädten und urbanen Siedlungen zu leben. In diesem Fall wird häufig mit Recht dazu geraten, sich vorher zu Gruppen zusammenzuschließen, um sich später unterstützen zu können.

Doch einige sind flexibler in ihrem Leben und können es sich aussuchen, wo sie leben wollen. Natürlich hängt die Wahl Deines Wohnortes davon ab, wie Du als Selbstversorger leben willst.

So benötigt zum Beispiel eine Gruppe, die Viehzucht plant, eine andere Örtlichkeiten, als jemand, der abgeschieden in einer Berghütte sich als Jäger und Sammler durchschlagen will. Dieser Artikel wird sich auf eine Familie fokussieren, die sich mit einem kleinen Garten oder der Zucht von Kaninchen oder Hühnern versorgen will und ansonsten keinen großen Platz benötigt.

Für die unter Euch, die sich das gut vorstellen könnten und auch die Möglichkeiten dazu haben, werde ich im Folgenden ein paar wichtige Kriterien auflisten, die ihr bei der Wahl bedenken solltet.

Sicherheit

Wenn das Strom- und Versorgungsnetz zusammenbricht, solltest Du so weit wie möglich von größeren Siedlungsgebieten entfernt sein. Neben vielen anderen Gründen, vor allem deshalb, weil in den Tagen und Wochen nach einem Zusammenbruch der Gesellschaft ein

Gefahr nach Zusammenbruch
Wir dürfen mit Sicherheit davon ausgehen, dass es einige Menschen eher zum Plündern als zur Selbstversorgung ziehen wird. (Bild: wikipedia.org)

e Menge Menschen hungrig und verzweifelt sein werden. Nachdem die Geschäfte geplündert und die Schwächeren ausgeraubt sind, werden sich kleine Gruppen bilden, die auch die Umgebung und nahliegende Dörfer nach Essen durchsuchen werden.

Diese Gruppen werden vermutlich immer militantere Züge annehmen und auf größere Raubzüge gehen. Doch vermutlich werden sie keine Nomaden sein, das heißt: Ihr Einzugsgebiet wird in etwa so groß sein, dass es mit einer Tankfüllung durchfahren werden kann. Wenn Du also 100 bis 200 km von größeren Siedlungen entfernt bist, ist die Wahrscheinlichkeit geringer entdeckt zu werden. Das ist natürlich in Mitteleuropa nahezu unmöglich – versuche aber wenigstens in schwer zugänglichen Gegenden abseits der Straße zu siedeln.

Wasser

Dein Heim benötigt einen garantierten Zugang zu frischem Wasser. Am besten eignet sich Oberflächenwasser, also Seen, Flüsse und Bäche. Hinter meinem Haus fließt zum Beispiel ein kleiner Bach.

Zwar kommt das Wasser mittels einer kleinen Pumpe in mein Haus und wird dort durch eine Filteranlage gereinigt und desinfiziert, doch dafür brauche ich Strom. Aber in einer Welt ohne Stromversorgung und im Falle mein eigener Stromgenerator setzt aus, kann ich immer noch mit Eimern das Wasser ins Haus bringen und mit Feuer die Keime abkochen.

Eine Menge Überlebenstrainer und Prepper haben allerdings keinen Zugang zu Oberflächenwasser, sich dafür aber Brunnen angelegt. Der Nachteil dabei ist, dass in einer unbekannten Zukunft, die Treibstoffe für Pumpen und ähnlicheWasserversorgungs nur ein paar Jahre verfügbar sein werden. Hier solltest Du noch eine zusätzliche Handpumpe installieren, um Dich ausreichend abzusichern. Allerdings sollte Dein Brunnen dafür nicht allzu tief sein.

Hilfreich zur Wasserversorgung:

Energie

Die Wahl Deiner Heimstätte sollte auch die Wahl Deiner Energieversorgung einbeziehen. Was für eine autarke Energieversorgung willst Du haben? Bei einem Solar-System sollten Deine Paneele dementsprechend genügend Sonnenlicht einfangen. Bei dem heutigen Stand der Technik sollte das in Mitteleuropa nahezu überall möglich sein. Freien Blick nach Osten, Süden und Westen ist daher perfekt. Dasselbe gilt für Windkraftanlagen – allerdings sind diese von weitem sichtbar, was ein Nachteil sein könnte. Bedenke auch genügend Ersatzteile einzulagern, denn Du wirst keinen Reparatur-Service anrufen können.

 

Hilfreich:

Essen

Die Wahl Deiner Unterkunft wird auch Deinen Plan der Lebensmittelversorgung beeinflussen.

Wenn ein funktionierender, nachhaltiger Garten zu diesem Plan gehört, gibt es eine Menge zu beachten.

Versorgung mit NahrungUmso höher oder nördlicher Du wohnst, je kürzer werden die Perioden für Anbau und Ernte. In Mitteleuropa kannst Du Dich in den meisten Gegenden mit einem Garten selbst versorgen.

Ein weiterer Punkt ist die Wasserversorgung. Entweder Du kannst Deinen Bach durch geschickte Kanäle durch Deinen Garten leiten oder Du musst – etwas mühsamer – mit der Kraft Deiner Hände Deine Beete bewässern.

Deshalb sollte Deine Wahl auf eine Gegend mit großzügigen jährlichen Regenmengen fallen – auch hier bietet sich Mitteleuropa allgemein an. Die Qualität der Böden kann hier allerdings stark variieren, so haben wir der Eiszeit sei Dank, weniger fruchtbare Regionen, wie z.B. Brandenburg, neben sehr fruchtbaren Regionen, wie der Magdeburger Börde. Die Qualität der jeweiligen Böden ist in Mitteleuropa aber besten verzeichnet und lässt sich schnell recherchieren. Außerdem kannst Du Deinen Boden durch Kompostieren u.ä. auch aufwerten. Dein Garten sollte im Schnitt etwa acht Stunden Sonnenlicht erhalten.

Hilfreich:

Wenn Du auch Jagen und Fischen in Deinen Ernährungsplan einbeziehst, solltest Du auf die Verfügbarkeit von Wild und großen Seen achten. Derzeit haben wir zwar gute Bestände in Seen und Wäldern, doch werden nach einem Zusammenbruch nach einiger Zeit die Bestände schnell schrumpfen, weshalb Du – wie oben erwähnt – möglichst weit entfernt von größeren Siedlungen leben solltest.

Hilfreich:

Video: Fischfalle bauen

Menschen in Deiner Umgebung

Wenn Du einen Ort gefunden hast, der allen oben genannten Kriterien ausreichend gerecht wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass ein paar Menschen in der Nähe leben werden. Das kann ein Fluch und ein Segen sein.

Es ist ratsam, sie vorher kennen zu lernen. Einige mögen Deine Interessen nach Selbstversorgung teilen, wenn auch zu einem geringeren Grade. Wenn das der Fall ist, solltest Du herausfinden, ob ihr Sachen oder Fähigkeiten besitzt, die ihr gegenseitig austauschen könnt. Möglicherweise haben sie eine Viehzucht und Ihr einen Garten, um Produkte tauschen zu können. Oder es finden sich andere Möglichkeiten, wie ihr euch unterstützen könnt.

Sei aber vorsichtig! Du willst auf jeden Fall vermeiden, dass Du in der Nähe von Menschen lebst, die keine Vorbereitungen für einen Zusammenbruch der Welt, wie wir sie kennen, getroffen haben und wissen, dass Du eine vollgepackte Vorratskammer und einen ergiebigen Garten hast.

Es ist also hilfreich, Deine Nachbarn kennen zu lernen, um abzuschätzen, ob sie im Ernstfall hilfreich oder schädlich für Dein Überleben wären – aber Du solltest dabei bedachtsam vorgehen.

Der perfekte Wohnort hängt also von der Wahl Deiner Versorgung ab und wie Du heute und nach einem Zusammenbruch leben willst. Wenn Ihr noch ein paar gute Tipps zur Wohnortwahl habt, lasst es uns in den Kommentaren wissen.

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