In vielen Notsituationen mag die Entscheidung, in den eigenen vier Wänden zu bleiben, sehr sinnvoll sein. Viele von uns haben sich genügend Vorräte angelegt, an eine Wasserversorgung gedacht und alternative Energiequellen vorbereitet. Zu Hause hast Du genügend trockene, saubere Wäsche, ein bequemes Bett und Deine Familie wird sich weniger bedroht in einer gewohnten Umgebung fühlen. Und dennoch mag es Situationen geben, in denen Du Dich entscheiden musst, Dein Haus zu verlassen. Ich habe manchmal das Gefühl, ein Bug-Out-Bag könnte nicht genug sein, gleichwohl er eine gute Grundlage ist.

 

Ein Bug-Out-Fahrzeug

Es gibt eine begrenzte Möglichkeit, wieviel Deine Familie tragen kann. Ein 10 kg schwerer Rucksack kann einige Stunden bequem getragen werden, aber nach einem Tag oder mehr wird auch dieses Gepäck eine schwere Last.

bug-out-fahrzeugWir haben uns daher eine Alternative überlegt und einen gebrauchten Ford Transit gekauft. Da er gut in Schuss war, mussten wir eine keine Arbeit in die Instandsetzung stecken. Er bietet genügend Platz, lässt sich bei Bedarf auch gut zum Wohnmobil umfunktionieren und ist vor allem ein Diesel (wegen eines eventuellen EMP!).

Im Heck habe ich Regale angebracht und mit einigen wasserdichten und vor Insekten geschützten Behältern versehen, in denen ich trockene Lebensmittel eingelagert habe. Unter anderen Mehl, Zucker, Protein-Pulver, Backpulver, Reis, trockene Bohnen, Haferflocken und Nudeln, sowie in kleineren Mengen Mais, Pfeffer, Salz und eine Menge an dehydrierten Produkten in Pulverform (Milch, etc.).

Ich habe ein Pfund frischer, trockener Hefe im Kühlschrank eingelagert, der aber nicht läuft, sodass ich sie einmal im Jahr wechseln – Hefe kann bei Zimmertemperatur nicht länger als sechs Monate aktiv bleiben. Außerdem haben wir noch einen Betrag an Bargeld im Ford verstaut. In einigen Szenarien kann Bargeld von hohem Wert sein, während Checks und Credit-Karten am ehesten nutzlos werden.

Camping Ausstattung im Auto

Ebenfalls eingelagert ist ein Campingkocher (dieser hier – sehr zu empfehlen). Der Kocher ist groß genug, um darauf meinen Hochdruck-Kochtopf und in diesem einen weiteren Kochtopf mit Deckeln und verschiedenen Feuer-Ringen verstauen zu können. Falls wir genügend Zeit zur Evakuierung haben sollten, werden diese Vorräte noch mit Konserven aus der Vorratskammer aufgefüllt.

Auf einem Regal über der „Küchenzeile“ stehen Gewürze, Kaffee, Tee, Brausepulver, ein Wasserfilter, eine Schachtel Streichhölzer und Feuerstahl (3 fach, weil sehr günstig), Feuerzeug und Kerzen. Darunter habe ich Waschmittel für Geschirr und Wäsche (Pulver), zwei Liter Chlor-Bleiche zur Desinfektion und Wasserreinigung, Müllbeutel aus Plastik und eine Benzinlampe (Coleman Laterne) eingelagert – alles bruchsicher verstaut.

Zudem ist weitere Campingausrüstung und mehrere Isomatten für ein notdürftiges Bett zu verstauen. Zudem habe ich  eine Camping-Gas-Heizung verstaut.

Wichtig sind noch ein kleines Radio inklusive ein Taschenlampe mit Handbetrieb und ein paar Landkarten dort gelagert.

 

Für große und kleine Geschäfte habe ich mich für die Verwendung einer Camping-Toilette entschieden – in Notfällen wird Mangel an einer Wasserspülung nicht so sehr ins Gewicht fallen. Auch Toilettenpapier habe ich in ausreichenden Mengen gelagert.

Zum Duschen kommt dieses gute Stück zum Einsatz. Du siehst, ein Survival-Bad ist tatsächlich sehr günstig eingerichtet.

Etwas Platz ist auch für die Fluchtrucksäcke vorgesehen, in denen wichtige Werkzeuge und vor allem Sanitätsmaterial enthalten sind..

neben dem Reserverad ist solltest Du immer Flickzeug noch eine 12-Volt-Autoluftpumpe dabei haben.

Weil Diesel nicht endlos in Kanistern zu lagern ist, habe ich mir angewöhnt, einmal im Monat die Kanister in den Tank meines Autos zu kippen und mit frischem Diesel zu füllen.

Der Tank muss immer voll sein

tankanzeigeIch achte genau darauf, dass der Tank möglichst immer komplett voll ist. Auf diese Weise, kannst Du genaue Berechnungen zu Deiner Reichweite anstellen und weißt immer, wieweit Du im Notfall kommen kannst. Dabei muss man vor allem bedenken, dass der vollgepackte Wagen einen deutlich erhöhten Verbrauch hat.

Vielleicht willst Du Dir nicht gleich einen riesigen Transporter zulegen und ausrüsten. Aber vielleicht solltest Du darüber nachdenken, was Du noch in Dein Auto packen würdest, wenn Dir die Zeit dazu bleibt. Wäre es nicht albern, in Deinem großen Kofferraum nur einen kleinen Rucksack zu legen bevor Du Dich in eine ungewisse Zukunft begibst?

 

Zufluchtsort im Notfall

Viele Prepper haben aufgehört, nur einen Ort zum kurzfristigen Überleben zu suchen, sondern halten vielmehr Ausschau nach einem Ort, an dem man länger leben könnte. Einige Ernstfälle erstrecken sich über einen längeren Zeitraum. Wenn die Stromversorgung zusammenbricht, musst Du Dich darauf gefasst machen, dass es keine offenen Tankstellen, keine Banken, keine Kreditkarten, keine offenen Geschäfte, keine Heizung und auch keine Ampeln geben wird.

wohnen-nach-zusammenbruchWer es sich leisten kann, kann sich ein kleines Grundstück in den Bergen kaufen, oder ausgedehnte Waldgrundstücke erwerben. Da es kein Bauland ist, sind diese Grundstücke durchaus erschwinglich.

Der Vorteil daran, jetzt bereits ein Grundstück zu erwerben, liegt darin, dass man in Zeiten, in denen alles im Überfluss verfügbar ist, diesen Zufluchtsort einrichten und ausstatten kann.

Solch einen Zufluchtsort solltest Du auch für Deine Familie in Betracht ziehen. Ein kleines Grundstück abseits der großen Straßen kann wie gesagt auch heute noch preiswert gekauft oder gepachtet werden. Die Gegend sollten am besten nur dünn besiedelt sein, denn Du willst im Notfall nicht zu viele Menschen in Deiner Nähe haben, die immer verzweifelter werden, wenn die Nahrung knapp wird. Alles weitere zur Wahl eines sicheren Wohnortes kannst Du in diesem Artikel weiterlesen.

Hilfe von Verwandten

Wenn Du Dir kein Grundstück leisten kannst oder willst, solltest Du Deine Verwandten und Bekannte durchgehen und nach einer möglichen Unterkunft fragen. Kläre das vorher und beruhige Dich nicht einfach damit zu denken: „Naja, wenn die Kacke am Dampfen ist, fahr‘ ich zu Onkel Karl auf’s Land.“ Das ist nicht fair – zumindest für Onkel Karl.

Falls das Deine beste Option ist, solltest Du also vorher schon mit Onkel Karl reden. Wenn es in Ordnung geht, kannst Du ihm dabei helfen, das Grundstück ausführlich für eine Katastrophe vorzubereiten. Erweitere unter Umständen seinen Garten und hilf ihm beim bepflanzen. Fülle seine Vorräte mit Deinen auf, hacke Holz und sei ihm allgemein eine Hilfe, um Vertrauen und Wohlwollen aufzubauen.

In extremen Notsituationen werden Dir die meisten Menschen, so nett sie auch sein mögen, nicht aus reiner Menschenfreude heraus helfen. Aber jeder Hausbesitzer wird froh über eine helfende, nützliche Hand sein. Bedenke auch, dass es Zeit und Mühe kostet neue Fähigkeiten wie Viehzucht und Feldwirtschaft zu lernen.

 

Überleben im Zelt

Wenn Du aber keine Freund oder Verwandten hast, der über einen geeigneten Zufluchtsort verfügt, ist die beste Option, sich nach einem guten Platz, am besten im Wald, zum Zelten umzusehen.

Gegenwärtig ist das Campen in Wäldern und ähnlichem verboten, allerdings wird das Ordnungsamt und andere Gesetzeshüter wohl bei einer Katastrophe wichtigeres zu tun haben, als Knöllchen an Camper zu verteilen – wenn sie denn überhaupt noch arbeiten. Suche einen geeigneten Platz abseits der Straßen, der auch vom Flugzeug aus nicht zu sehen ist.

Vermeide dabei reguläre Camping-Plätze. Diese werden höchstwahrscheinlich überfüllt sein von anderen Menschen, die der Katastrophe entfliehen wollen. Und sie mögen dabei nicht die nettesten Zeltnachbarn sein.

Sieh Dich schon jetzt um

Du solltest Dir genaue Landkarten von Deiner gewählten Umgebung besorgen. Die Wahl selbst kannst Du jetzt schon von Deinem Schreibtisch aus mittels digitaler Karten bewerkstelligen. Du kannst auch schon probeweise eine Nacht dort verbringen – wenn Du auf staatlichen Waldflächen kampierst, erhältst Du im schlimmsten Fall ein Bußgeld für eine Ordnungswidrigkeit.

Du kannst Dich aber auch unter Umständen rausreden, wenn Du vom „lagern“ sprichst (Ausruhen, Vögel beobachten, etc.). Bei diesen Erkundungen kannst Du schon ein paar Punkte klären: Gibt es Möglichkeiten das Auto abzustellen? Gibt es eine plane Fläche am Waldboden für Dein Zelt? Versuche, eine Stelle zu finden, die fließendes Wasser in der näheren Umgebung bietet und dennoch nicht überflutet werden kann. Es sollte möglich sein, sowohl im Sommer als auch im Winter dort zu biwakieren.

Bedenke Deine Lebensmittelversorgung. Die einfachste Art Tiere zu fangen ist Fischen, weshalb Du in fußläufiger Entfernung ein See oder Fluß haben solltest. Du kannst auch Rehe und Wildschweine jagen, aber dafür brauchst Du viel Erfahrung und Wissen – allein zum Ausnehmen und Verarbeiten der Tiere.

Abhängig von der Jahreszeit kann kampieren unangenehm bis hart sein. Die besten Zelte für diesen Zweck sind nach wie vor Leinwand-Zelte, so wie Du sie vom Technischen Hilfswerk oder der Bundeswehr kennst. Sie sind groß genug, um genügend Stauraum zu bieten, in ihnen aufrecht zu gehen und sogar eine kleinen Feuer-Ofen zu benutzen. Sie sind vielleicht etwas teuer und nehmen viel Stauraum im Auto ein, aber sie sind für ein längeres Kampieren die beste Variante.

Für einen kleinen Holzofen kannst derzeit nur totes Holz nehmen – soll heißen: es gibt harte Strafe, wenn Du dabei erwischt wirst, wie Du einen Baum fällst. Nach einem möglichen Zusammenbruch fallen solche Bestimmungen natürlich weg, aber Du solltest bedenken, dass es kein leichtes und zuweilen gefährliches Unterfangen ist, einen Baum zu fällen. Außerdem wirst Du in einem Wald auch stets genügend Holz am Boden finden. Abgestorbenes und daher meist trockenes Holz ist für Deinen Holzofen zu empfehlen, da die Rauchentwicklung möglichst gering sein sollte.

Neben dem Zelt sind ein paar Planen eine sinnvolle Ergänzung. So kannst Du Dir ein Vordach vor Dein Zelt bauen und darunter zum Beispiel Dein Feuerholz trocken lagern. Ebenso kannst Du selbst bei tagelangem Regen immer mal wieder vor die Tür. Diese Planen sollten allerdings nicht in schillernden Farben gekauft werden, sodass Dein Lager erst aus nächster Nähe als solches zu erkennen ist.

 

Der Weg zum Zufluchstort

chaos-in-der-stadtViele glauben, im Ernstfall einfach ein paar Sachen ins Auto zu werfen und unbeschwert zu ihrem Zufluchtsort fahren zu können. Aber während einer Katastrophe – wenn sie angekündigt ist, auch schon davor – werden die Straßen in kürzester Zeit verstopft sein.

Es ist auch nützlich zu diesem Zweck immer die Nachrichten der Welt, Deines Landes und Deiner Region zu verfolgen. Wenn es Dir gelingt, die Entscheidung zur Flucht noch vor den offiziellen Warnungen und Evakuierungen zu treffen, steigen Deine Chancen enorm, Dein Ziel sicher zu erreichen.

Vermeide es durch Städte und über große Straßen zu fahren – in den meisten Ballungsräumen ist selbst der Normalzustand im Berufsverkehr bereits überfüllt und staugefährdet. Erstelle Dir ein paar Alternativ-Routen für Deinen Zufluchtsort und erkunde ihre Gangbarkeit bevor es zum Zusammenbruch kommt. Und wie ich oben bereits erwähnte, sorge für genügend Treibstoff, da Tankstellen nicht mehr lange ihren Betrieb aufrecht erhalten und von zu vielen Menschen angelaufen werden. Stelle sicher, dass Du auch mit vollem Gepäck Dein Ziel erreichst.

Alle Menschen, die Dich begleiten sollen, sollten genau wissen wo der Ort liegt und wie sie selbst dahin kommen können, falls sie zum Zeitpunkt der Katastrophe nicht in Deiner Nähe sind. Auf diesen Punkt gehe ich ausführlicher in meinem Die-Ersten-60-Minuten-Ratgeber ein.

 

Das liebe Vieh

Falls Du bereits Tiere zu Hause hast, solltest Du Dir überlegen, was Du mit ihnen im Notfall machen wirst. Besorg zum Beispiel einen kleinen tragbaren Stall für Deine Kaninchen., Hühner oder andere kleine Nutztiere, sofern Du solche hältst.

Hunde

Unser Hund ist bereits seit einiger Zeit ans Verreisen mit dem Auto gewöhnt und bereitet keine Probleme in dieser Hinsicht. Allerdings können nicht ans Reisen gewöhnte Hunde nervös werden und ein Problem für Dich darstellen – vor allem, wenn die Nerven bei einer Katastrophe blank liegen. Gewöhne ihn also rechtzeitig an das Fahren im Auto.

bug-out-hundKatzen stellen schon ein größeres Problem dar. Zum Einen fahren sie nur ungern Auto und zum Anderen kannst Du sie in einer ungewohnten Umgebung nicht frei herumlaufen lassen. In dieser Hinsicht solltest Du auch für Deinen Hund eine Leine einpacken, wenn Du seiner Erziehung nicht vollkommen vertraust.

Ein gut erzogener Hund kann allerdings gold wert sein. Ich spreche nicht von unkontrollierbaren Kampfhunden, sondern von gut trainierten Hunden, die ihre Familie (Rudel) kennen und in Notsituationen diese unter allen Umständen verteidigen würden.

 

Der Notfall-Plan

Es ist ungemein wichtig, dass Du in einer Notsituation schnell reagieren kannst. Das bedeutet auch, nicht erst loszurennen und alle wichtigen Dokumente zusammen zu sammeln, wenn die Katastrophe eingetreten ist.

Zu den wichtigen Dokumenten gehören nicht nur die jeweiligen Ausweise und Pässe. Landkarten, wichtige Informationen und vieles mehr sollte in Papierform und wasserdicht aufbewahrt werden. Wenn Du mehr darüber erfahren willst, wie Du einen sinnvollen Notfall-Plan erstellst und was in diesem Ordner unbedingt vorhanden sein sollte, erhältst Du hier weitere Informationen.

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