Nahrung ist eine Sache, bei der sich in der Tat alle einig sind, sie zu brauchen, denn jeder hat schon mal einen kleinen Hunger erlebt. Ja, die Ernsthaftigkeit unserer Hungererfahrung ist vermutlich sehr verschieden und wird sich bei den Meisten von uns nicht länger als über einen Tag erstreckt haben. Unsere Vorstellung von lang anhaltendem Hunger sollte unangenehmer sein als unsere tatsächliche Erfahrung. Dennoch hat die Erfahrung eines sich zusammenziehenden Magens sicherlich bei den meisten ausgereicht, diesen Zustand nicht freiwillig ausbauen zu wollen.

Nach diesem Hungergefühl ist es einfach, die Notwendigkeit der Ernährung für unseren Körper einzusehen. Kurzum: Ohne Nahrung kein Leben.

Sicherlich variiert die Zeit bei dem ein oder anderen, wie lange er ohne Nahrung auskommt, aber im allgemeinen kannst Du davon ausgehen, dass Du nach drei Wochen ohne Essen nichts nennenswertes mehr zur Gesellschaft beiträgst. Und das will ja keiner.

Allerdings nehme ich an, dass für die meisten Prepper und vor allem die Unvorbereiteten es auf die Frage hinauslaufen dürfte, wieviel Nahrungsmittel sie eingelagert haben.

Aber was wirst Du tun, wenn die Vorräte aufgebraucht sind?

Was machst Du, wenn durch irgendeine Situation, Deine normale Lebensmittelversorgung nicht mehr läuft und Deine Familie hungern muss?

Wozu wärest Du gezwungen, um zu überleben?

Hast Du bedacht, was zu tun Du vorbereitet sein musst, um Deine Familie durch die harte Zeit zu bringen?

Einige Analysten berechnen horrende Preisanstiege bei Lebensmitteln für die Zukunft. Wärest Du in der Lage, Deine Familie trotzdem zu ernähren?

familie ernaehren

Woher kommt Dein Essen?

Ich habe letztens darüber bei einer alltäglichen Routine, die auf der ganzen Welt seit Menschengedenken vorkommt, nachgedacht. Diesen Frühling haben wir ein Dutzend neue Hühner gekauft, da die Eierproduktion meiner alten Hühner beträchtlich nachgelassen hatte. Wir kauften Hühner, deren Geschlecht sich anhand der Farbe ablesen lässt. Alles was wir wollten sind natürlich Hennen, da sie nunmal die Eier legen.

hahn schlachtenAber ich habe auch acht Rothühner gekauft und bei diesen kannst Du einfach kein Geschlecht feststellen, bevor sie ausgewachsen sind. Als nun unsere Hühner aufwuchsen, wurde es immer deutlicher, dass wir wohl ein paar Hähne dabei hatten. Und Hähne legen nunmal keine Eier.

Hinzu kommt noch, dass mir der allzu frühe Hahnenschrei buchstäblich auf den Wecker fällt – der mit seinem Gesang noch ein paar Stunden warten wollte. Und ich möchte nicht wissen, wie ich auf einen Hahn in meiner Nachbarschaft reagieren würde. Es war also ein Problem und es wurde Zeit, die Hähne loszuwerden.

Um ganz ehrlich zu sein, ich habe niemals meine Hühner geschlachtet. Wir züchten seit drei Jahren Hühner, aber ich hatte meine Möglichkeit verpasst, bei Freunden das Schlachten mir anzuschauen. Ich habe es immer verschoben, da sie, wenn auch sehr viel weniger, doch noch immer ein paar Eier legten. Ich hatte schon ein paar mal beim Schlachten von Schweinen geholfen und war daher von der Idee des Schlachtens an sich nicht völlig abgestoßen.

 

Kannst Du Dein Essen töten?

Ich habe mich ein bisschen belesen, um die nötigen Informationen zu sammeln und habe einen Tisch oder besser gesagt, ein abgesägten Baumstumpf aufgestellt, heißes Wasser, Schüssel, Messer und Abfalleimer besorgt.

Dann habe ich die Hähne geholt. Es stellte sich heraus, dass wir die Hühner-Lotterie verloren hatten: Von acht Hühnern waren fünf Hähne. Ich hatte eigentlich auf eine große Eierproduktion gehofft und bekam nun anstatt dessen eine Menge Fleisch.

Ich fing den ersten Hahn und hielt ihn kopfüber an den Füßen fest. Nachdem der Hahn sich beruhigt hatte, brachte ich ihn zum Baumstumpf. Ich hatte zwei Nägel derart platziert, dass ich den Kopf des Hahnes dazwischen fixieren konnte, um den Hals strecken zu können und einen klaren Schlag zu führen. Ich habe gelesen, dass viele den Hühner einfach den Hals umdrehen, aber ich wollte dann doch etwas schneller und klinischer vorgehen und nahm meine bewährte kleine Axt. Nachdem ich gute drei Sekunden zögerte, die mir sehr viel länger erschienen, sauste mein Beil hinab.

Unglücklicherweise hatte ich anhand der Federn mich verschätzt, wo genau der Hals sich befindet und hatte keinen sauberen Schlag gesetzt. Aber ich ließ schnell einen zweiten folgen und beendete das Hahnenleben während ich mir sagte, beim nächsten mal genauer zu erfühlen, wo die Halswirbel liegen.

Du hast vermutlich schonmal davon gehört, dass die Hühner, denen der Kopf abgeschlagen wird, noch durch die Gegend rennen – und das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Die Redewendung „Kopflos umherlaufen“ leitet sich genau aus diesem Fakt ab. Mein erster Hahn rannte weniger, als dass er hüpfte und flatterte, und legte dennoch ein gutes Stück Weg zurück, während sein Kopf ruhig an seinem Richtplatz liegen blieb. Nachdem er „komplett“ tot war, legte ich ihn in das heiße Wasser bis sich die Federn leicht vom Körper lösen ließen und begann, ihn zu rupfen – was nicht annähernd so leicht ist, wie man denken könnte. Danach habe ich ihn ausgenommen. Ich habe an diesem Tag gerade mal drei Hähne geschafft zu schlachten.

Am nächsten Tag half mir meine Familie bei der Arbeit. Während meine Kinder die Hähne fingen und später säuberten und rupften, schwang meine Frau die Axt. Ich muss gestehen, ich war sehr stolz auf alle und etwas überzeugter, dass wir uns auch zurecht finden würden, wenn es keine einfachen Fertiggerichte inklusiver der dazu gehörenden Supermärkte mehr geben würde.

 

Was kannst Du in Sachen Nahrung bewältigen, wenn alles zusammenbricht?

Nun werden viele von Euch sagen, dass bei entsprechendem Hunger die Schlachtung eines Huhns keine große Überwindung kostet, aber ich glaube dennoch, dass viele dazu nicht in der Lage wären.

Es gibt Menschen, die in solchen Situationen lieber hungern, als die notwendigen Dinge zu tun, um ihre Familie zu ernähren. Einige würden lieber auf eine pflanzliche Ernährung umsteigen, da das Töten von Tieren unfair sei. Ich würde in diesem Punkt widersprechen. Wir halten unsere Hühner im Hof, sie werden gut behandelt und täglich gefüttert. Als es an die Zeit für sie kam zu sterben, haben wir sie schnell und human geschlachtet. Sie haben ihren Zweck im großen Rad des Lebens erfüllt.

Doch einige werden sich auch in der verzweifelten Lage finden, zu stehlen oder Schlimmeres, um ihre Familie zu ernähren. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass niemand von uns solche Szenarien planen sollte. Denn es ist eine Sache, ein Tier für die Ernährung zu töten, das ich aufgezogen habe, aber ein komplett andere, einen Menschen zu bestehlen oder zu verletzen, um Deine Familie zu ernähren.

Aber für diejenigen, die zögern würden, so etwas zu tun, stellt sich die Frage, was ihnen übrig bleibt.

jagdIch gehe davon aus, dass die Mehrheit von Euch keine eigene Haustierhaltung hat. Viele werden in diesem Fall sich darauf verlegen, in den Wäldern zu jagen – gleichwohl das für die meisten keine Option sein dürfte. Erstens, musst Du in der Nähe von Tieren sein. Zweitens, musst Du genügend Jagdglück haben, ein Tier zu fangen oder zu erlegen. Und drittens, stehst Du im Wettkampf mit allen anderen, die dieselbe Idee haben. Und in absehbarer Zeit werden sich auch die Wildbestände immer mehr verringern. Was dann?

 

Was solltest Du nun tun?

Nach wie vor empfehle ich, nicht erst darüber nachzudenken, wenn Du dazu durch die Umstände gezwungen wirst. Du solltest später nicht über die Möglichkeit nachsinnen, Deinen Nachbarn für die letzte Dose Bohnen zu überfallen oder Dich einer Räuberbande anzuschließen und auf Beutezug zu gehen. Du solltest Dich jetzt bereits vorbereiten, indem Du Deine Lebensmittelvorräte aufstockst und Dir die Zeit nehmen, Dein eigenes Essen zu produzieren.

Du kannst jetzt schon das Nötige tun, um Deine Vorräte für eine längere Zeit aufzufüllen. Du kannst beginnen, einen Garten anzulegen, um Deine Vorräte mit frischem Gemüse zu ergänzen. Falls Du keine Möglichkeit unabhängiger Kühlung hast, solltest Du Methoden lernen, Deine Lebensmittel haltbar zu machen – das heißt, einwecken, pökeln etc.

Du solltest Dir auch klar über Deine eigenen Fähigkeiten und Motivationen werden. Wenn Du nicht in der Lage bist, das Beil zu schwingen, ist das ein Grund mehr, Deine Vorräte zu erweitern, um späteren Problemen sicher begegnen zu können.

Plane auch nicht, das „Notwendige“ später zu tun, wenn Du es jetzt noch nicht getan hast. Übe es lieber jetzt, um nicht im Nachhinein, wenn es um die Ernährung Deiner Familie geht, in eine verzweifelte Lage zu geraten.

Und vor allem: Verliere nicht den Kopf – überlasse das dem Huhn!

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