Du willst gut vorbereitet sein und hast Dir zu hause oder an einem gut erreichbaren Ort ein stattliches Ausrüstungs-Set bereitgehalten? Was aber ist, wenn Du gar nicht zuhause bist und es plötzlich heißt „SHTF“? Katastrophen – seien sie menschengemacht oder eben echte Naturkatastrophen treten eben nicht dann ein, wenn es Dir gerade passt. Für diesen Fall gibt es einige Dinge, die Du immer dabei haben solltest und die Dir helfen werden, wenn von einer Sekunde auf die andere nichts mehr so ist, wie zuvor. Du brauchst dein EDC, dein „Every Day Carry“. Hier stelle ich Dir eine Auswahl an Dingen vor, die Du immer bei Dir tragen solltest, um gut vorbereitet zu sein. Sieben davon sind unverzichtbar, weitere drei werden Dir das Leben im Ernstfall stark erleichtern.

 

1) Ein gutes Messer

Eines der brauchbarsten Gegenstände ist ein gutes Messer. Du wirst Dich nicht jeden Tag in einer lebensgefährlichen Situation befinden, aber wenn Du in der Klemme steckst und ein Messer dabei hast, bist Du schonmal eine Sorge los.

 

Ich persönlich trage eine „Gerber Bear Grills Ultimate“ – zumindest wenn ich eine Jeans trage, die genügend Taschenraum bietet. Warum? Es ist sehr viel besser als der meiste Schrott, der angeboten wird und ist dennoch nicht übermäßig teuer. Es hat eine ordentliche Klinge von brauchbarer Länge. Hier könnten einige von Euch allerdings schon Schwierigkeiten mit den Ordnungshütern bekommen, also Vorsicht!

Geh ich mit einer feinere Hosen aus dem Haus, trage ich das Ontario Rat II. Es ist sehr viel kleiner, leichter – und auch presiwerter, aber dennoch ein ordentliches Messer. Es eignet sich hervorragend für den Alltag in der Stadt, allerdings nicht, um im Wald Holz für einen Unterschlupf zu bearbeiten. Falls Ihr nicht wisst, wie das geht, könnt Ihr es hier im Video von Dave Canterbury erfahren:

2) Ein Feuerzeug

Feuer kann Dein leben retten. Auch im EDC solltest Du daher immer eine Möglichkeit haben, Feuer zu machen. (Quelle: wikipedia.org)
Feuer kann Dein Leben retten. Auch im EDC solltest Du daher immer eine Möglichkeit haben, Feuer zu machen. (Quelle: wikipedia.org)

Normalerweise benutze ich zum Feuer machen ein ganz gewöhnliches Bic-Feuerzeug. Es funktioniert in den meisten Situationen und passt in jede Tasche – die Mini-Version ist daher mein Liebling. Ich rauche selbst nicht und das Gas hält somit sehr lange. Natürlich sind viele versucht, sich ein Zippo zuzulegen. Aber diese halten das Benzin nicht so lange – gleichwohl es bei einigen Frauen besser ankommt, wenn sie nach Feuer fragen. Aber wie auch immer, sorg dafür, dass Du ein Feuerzeug dabei hast.

3) Eine Taschenlampe

Ich bin ein großer Fan von AA-Taschenlampen. Diese Batterien gibt es einfach überall und es ist von großem Vorteil die gesamte Ausrüstung mit derselben Batterie-Art versorgen zu können und somit nur ein paar Ersatz-Batterien einzustecken. So etwas ist auch sehr brauchbar, um sicher zu gehen, dass Euch nicht der Strom ausgeht. Was Du täglich mit Dir herumträgst sollte auch gut mit Deiner Notfall- und Campingausrüstung zusammen passen.

 

Eine brauchbare Taschenlampe, die ich gefunden habe, ist die CREE Q5. Sie leuchtet sehr hell und ist stabil. Sie sind so billig, dass man schnell anfängt, eine für jedes Auto und Familienmitglied zu besorgen – und dann noch ein dutzend, einfach nur um sicher zu gehen. Tatsächlich liegen unzählige bei mir rum.

 

4) Ein Stift

Im Alltag ist ein Stift immer praktisch – zum Beispiel um seine To-Do-Listen abzuhaken, wichtige Notizen zu machen, oder auch um sich Telefonnummer von Frauen im Coffee-Shop aufzuschreiben. In Notsituationen kannst Du Nachrichten für Rettungsteams hinterlassen oder Dir Vermerke zu Wasserquellen oder anderen wichtigen Dingen zu machen, die Du wiederfinden willst, während Du auf Hilfe wartest oder Dir selbst aus der Klemme hilfst.

Natürlich ist die beste Ausrüstung nichts wert, wenn sie nicht funktioniert oder zu Hause liegt. Deshalb habe ich ein bißchen Geld in die Hand genommen und einen Weltraum-Stift (Space Pen) gekauft. Diese funktionieren in nahezu allen Situationen und passen in jede Tasche.

5) Ein Notizblock

Selbstverständlich ist ein Stift nichts wert, wenn Du nichts zum beschreiben hast. Ich habe mir vor Jahren daher ein wasserfestes Notitzbuch besorgt und trage seither immer eines mit mir herum. Dieses A6-Modell, das ich verlinkt habe, passt bestens in meine Tasche, aber Ihr könnt Euch auch ein größeres besorgen.

6) Ein Mobiltelefon

Ich persönlich benutze ein iPhone 6, da ich online arbeite und es praktisch ist, viele technische Möglichkeiten parat zu haben. Ein Smartphone ist sehr brauchbar, um sich mit verschiedenen Apps das Leben leichter zu machen, oder um in einer Notfall- oder Campingsituation die Koordinaten anzeigen zu lassen, Deinen Standpunkt auf der Karte zu zeigen oder als Kompass zu benutzen. Ebenso kann man Nachschlagewerke abspeichern, um medizinische Informationen oder wichtige Fakten zur Pflanzenwelt nachzulesen. Wenn Du Dir eins leisten kannst, schlage ich vor, das zu tun.

 

Falls es zu teuer ist oder Du einfach kein richtiges Smartphone willst, hole Dir zumindest irgendein Mobiltelefon. Du kannst Dir ein anderes preiswert besorgen und brauchst nicht mal einen Vertrag dafür abschließen.

 

Auf jeden Fall brauchst Du ein Mobiltelefon, um in Notfällen einen Notruf abzusetzen, Hilfe zu bekommen, falls Du Dich verlaufen hast oder auch um auf dem Nachhauseweg noch ein paar Sachen in letzter Minuten bestellen, falls Du mal wieder einen Jahres- oder Geburtstag vergessen hast.

 

Mobiltelefone funktionieren nicht in jeder Notsituation, aber wenn sie funktionieren, sind sie das beste Hilfsmittel, also steck eins ein.

 

Achja, und für alle, die rumheulen „Was mache ich, wenn ein elektromagnetischer Impuls die Elektronik lahmlegt?“ oder „Ich will nicht von meiner Regierung abgehört werden…“ Geht spielen!

 

Falls tatsächlich ein elektromagnetischer Impuls eintritt, nehmt das Handy einfach aus der Tasche und werft es weg. Allerdings kann man mit einem Telefon, das mit einer Lithium-Batterie betrieben wird (wie fast alle), noch ein Feuer machen.

 

Zum Thema Abhören: Komm schon, so wichtig bist Du nicht. Falls doch wüßtest Du schon längst, wie Du das Abhören umgehen könntest.

7) Ein Liste mit wichtigen Informationen

Ihr könnt Euch nicht immer darauf verlassen Nummern und wichtige Informationen von Euren Telefon zu bekommen. Vielleicht ist die Batterie leer, wenn Ihr es braucht, oder eine Räuberbande hat es Euch gestohlen, vielleicht auch ein paar Tu-nicht-gut-Schimpansen mit lustigen Hüten, wer weiß!

 

Ich schlage deshalb vor, eine Liste mit allen wichtigen Informationen und Telefonnummern anzufertigen, die Du gewöhnlicherweise von Deinem Handy oder aus dem Internet erhalten würdest.

 

Wenn Du eine Weile im Ausland bist, solltest Du auch die Adresse und Telefonnummer des Hotels aufschreiben. Darüber hinaus solltest Du jemanden finden (z.B. der Concierge im Hotel oder ein Mitarbeiter der Botschaft), der ein paar Phrasen in der jeweiligen Sprache mit den dazugehörigen Übersetzungen (damit Du sie auch benutzen kannst) aufschreibt.

 

Zum Beispiel:             „Bitte bringen Sie mich zum Hotel soundso.“

„Ich brauche Hilfe. Können Sie mir helfen, einen Polizisten zu finden?“

„Ich brauche Hilfe. Können Sie mir helfen, einen Notarzt zu finden?“

 

Die Liste könnte noch endlos weitergehen, allerdings lässt man sie vielleicht zu Hause liegen, wenn sie zu groß ist. Du solltest die Liste auch laminieren oder in das wasserfeste Buch schreiben, denn sie sollte nicht gleich ruiniert sein, nur weil Du ins Wasser gefallen bist.

 

Achja, und glaubt mir, versichert Euch lieber, dass Euer Übersetzer kein Spaßvogel ist und Euch die lustigsten Sachen fragen lässt. Fragt besser nicht, wie ich das lernen musste!

 

Zusätzliche Empfehlungen

 

Die oben genannten Dinge solltet Ihr auf jeden Fall einstecken. Darüber hinaus gibt es auch noch ein paar Dinge, die ich empfehlen würde einzupacken – wenn es denn möglich ist.

8) Pfefferspray

Unruhen SHTF
Gerade wenn es zu Unruhen kommt, solltest Du in der Lage sein, Deinen Weg sicher nach hause zu finden. (Quelle: wikipedia.org)

Ihr habt es vielleicht noch nicht gemerkt, aber es gibt tatsächlich üble Burschen da draußen. Und viele von denen folgen dem Gesetz nicht gerade Punkt für Punkt. Einige werden auch Waffen tragen, selbst wenn es verboten ist. Ernsthaft!

 

Ich weiß, ich weiß, ich höre Euch schon sagen „Aber ich kann schon auf mich aufpassen.“ Nein, das könnt Ihr nicht! Nichts kann in allen Situationen helfen, aber wenigstens die Möglichkeit zu haben, sich im Notfall gegen eine bewaffnete oder größere Person verteidigen zu können, kann Dein Leben signifikant verlängern. Dieses hier sollte jeder dabei haben.

 

9) Ein Mehrzweck-Messer (Multitool)

Ein Messer ist sicherlich das wichtigste Werkzeug. Aber auch Messer haben ihre Grenzen. Wenn es Dir daher möglich ist, steck noch ein Multitool (oder Schweizer-Armee-Messer) ein. Somit hast Du noch ein zweite Klinge, eine Zange und viele andere wichtige Werkzeuge.

 

Ihr braucht beispielsweise nicht unbedingt ein XAVT, aber es gibt eine ganze Masse guter Angebote. Wenn ich etwas trage, dass ein Multitool nicht völlig fehl am Platz wirken lässt, dann stecke ich das Gerber multi-tool ein. Aber da es nicht in die meisten Taschen passt, habe ich es nicht unter die wichtigen sieben Sachen aufgenommen.

 

10) Ein Paracord-Armband

Manchmal trage ich ein Paracord-Armband, das mir einst ein Arbeitskollege gefertigt hat, nur um irgendeine Art von Band zu tragen. Aber es kann auch sehr praktisch sein, allerdings braucht man meist mehr als man bereit ist zu tragen, um wirklich etwas Sinnvolles damit zu machen. Für den allgemeinen Gebrauch würde ich das eben verlinkte oder ähnliches empfehlen.

 

So, das war sie! Meine Liste der sieben wichtigsten Sachen, die Du immer bei Dir haben solltest, sobald Du das Haus verlässt.

Ein Kommentar

  1. Hallo,
    vorab … ein tolles Magazin, macht Spaß zu lesen!

    Gleich zum ersten Punkt – Messer – möchte ich einen ergänzenden Kommentar abgeben:
    Das empfohlene „Gerber Bear Grills Ultimate“ hat eine Klingenlänge von 12,2 cm, wenn die Angaben in Netz stimmen. In Deutschland darf ein Messer mit einer feststehenden Klinge bis zu 12cm geführt werden*. Damit ist die Klinge zu lang, wenn auch nur eine Kleinigkeit, und es kann tatsächlich zu Schwierigkeiten mit den Ordnungshütern kommen. Will man auf Nummer Sicher gehen, wählt man ein Messer mit einer feststehenden Klinge unter 12cm. Auch das geht bereits sehr günstig beispielsweise mit einem „Mora Companion“ und nach oben gibt es kaum finanzielle Grenzen.

    Auch das empfohlene „Ontario Rat II“ darf in Deutschland nicht geführt werden*, da es sich um ein Einhandmeser mit feststellbarer Klinge handelt. Möchte man keine Ordnungswidrigkeit riskieren, wählt man ein Messer, welches eine feststellbare Klinge hat, jedoch mit beiden Händen geöffnet werden muss (wie beispielsweise ein „Victorinox RangerWood 55“) oder alternativ ein Messer, welches man zwar mit einer Hand öffnen kann, aber keine feststellbare Klinge hat (wie beispielsweise ein „Böker Plus XS“). Oder ein Modell, welches beide Eigenschaften vereint (wie beispielsweise ein „Victorinox Camper“).

    Die genannten Messer sind nur Beispiele. Es gibt nahezu unendlich viele Alternativen für fast jeden Geldbeutel.

    * = Die Gesetzeslage – der $42a – ist recht komplex und leider teilweise auch recht schwammig. Bei Bedarf sollte man sich gezielt informieren, was aber den Umfang dieser Kommentarfunktion sprengen würde 🙂

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