Kommunikation ist unverzichtbar in Gefahrensituationen. Dieser Artikel wird die wichtigsten Methoden der Kommunikation besprechen und ihre Vor- und Nachteile abwägen. Methoden, die ich in vorigen Artikel bereits erwähnte, werden hier der Vollständigkeit halber auch aufgeführt. Dieser Ratgeber ist für nahezu jede Bug-Out-Aktion oder Krise eine nützliche Hilfe.

 

Funksprechgerät (Two-Way Radio, Walkie Talkie)

Ein Funkgerät wie dieses hier kann praktisch sein, wenn eine Gruppe außerhalb der direkten Sicht ist. Sie sind einfach zu bedienen und leicht zu tragen. Allerdings können sie auch Deine Positionen preisgeben. Sie sind nicht nur geräuschvoll, sondern ihr Signal kann auch abgehört oder gestört werden.

 

CB-Funk

Besonders beliebt unter LKW-Fahrern auf langen Distanzen, kann er aber auch auf kurze Distanzen eingesetzt werden, wenn der Einsatz von Funksprechgeräten nicht möglich oder ratsam ist. Die Auswahl unter CB Funkgeräten ist riesig. Er kann mobil im Auto oder stationär im Haus eingesetzt werden. Jeder auf dem eingestellten Kanal kann Deine Unterhaltung hören – das solltest Du immer im Hinterkopf behalten. Benutze kodierte Nachrichten, vorzugsweise Phrasen, die nach alltäglicher Unterhaltung klingen, um Dich gegen mögliche Mithörer abzusichern.

 

Amateur-Funk

Amateur-Funk ist nicht so verbreitet wie die voran gegangenen Funkgeräte. Es ist komplexer in der Bedienung und bedarf in vielen Ländern einer speziellen Lizenz für signifikante Reichweiten. Sie bieten etwas mehr Sicherheit und lassen sich, wie auch CB-Funk und Funksprechgerät, gut zum Übertragen eines Morse-Codes verwenden. In einem möglichen Untergangsszenario, wenn gesetzliche Bestimmungen eh nicht mehr gelten, ermöglicht Dir ein Amateur-Funk, über sehr große Distanzen Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen.

 

Handzeichen

Handzeichen wurden lange im Militär verwendet, um sich still in taktischen Positionen zu verständigen. Dies ist zugleich Segen und Fluch. Sie funktionieren nur, wenn alle in Formation sind und Sichtkontakt zu einander haben. Viele kennen bereits die meisten Zeichen und für jene, die sie nicht kennen, gibt es unzählige erklärende Videos auf Youtube.

Falls Du jedoch unbemerkt beobachtet wirst, übermittelst Du auch diesem Beobachter Deine Nachricht – und vermutlich auch die Position Deines eigentlichen Gesprächspartners. Eine mögliche Lösung ist, gruppeninterne Variationen zu verwenden: Eine bestimmte Bewegung, die Deinen Partnern signalisiert, dass Du beobachtet wirst, gefolgt von der Nachricht, die Du Deinem Gegner glauben lassen möchtest.

Das mag funktionieren, falls Du Dich im Vorfeld auf ein Protokoll für dieses Szenario verständigst. Oder Du wirfst gleich alle Zeichen über den Haufen und kreierst in Deiner Gruppe eigene Zeichen. Falls Du in einer größeren Gruppe nur einem kleinem Kreis vertraust, kannst hierüber eine interne Verständigung erfolgen, den Rest der Gruppe zu verlassen.

 

Morse-Code

Ist eine der besten Kommunikationen. Gleichwohl der Code an sich universell ist, die von Dir verwendete Sprache ist es nicht. Falls jemand die Nachricht „Froschfüße“ abfängt, wird er nicht wissen können, dass es beispielsweise bedeutet, den Brunnen nicht mehr zu benutzen, da er vergiftet ist. Die Nachricht kann durch Lichtzeichen, Funk oder selbst mit Stöcken und Steinen am Wegesrand geschrieben übertragen werden. Der einzige Nachteil ist die schwierige Anwendung. Das Erlernen des Morse-Codes ist nichts für willensschwache oder vergessliche Leute. Ich empfehle Abkürzungen festzulegen, um die Zeichen zu reduzieren: z.B. BLB = Bug Out Location B (Fluchtort B), oder NGC = No go, the area has been compromised (Meiden, Gegend wurde kompromittiert).

morse-alphabet

Rauchzeichen

Sie dienen dazu, Dich und Deine Position kenntlich zu machen – falls Du das möchtest. Die Farbe des Rauchs oder die Frequenz der Verpuffungen des Rauches, können die Nachricht genauer definieren. Aber bedenke, dass es für jeden sichtbar ist.

 

Farben

Farbige Flaggen können anstelle von Handzeichen verwendet werden, wenn sich in Formation bewegt wird. Bänder, Farbe oder Kreide können Bäume und andere Orte markieren. Farbig unterschiedene Taschen und Ausrüstungen können auch für mehr Ordnung sorgen und im Ernstfall Dein Handeln beschleunigen.

 

Tierrufe

Tierrufe sind eine elegante Alternative in ländlichen Gegenden. Eindringlinge können sie schnell mit dem Original verwechseln oder nichts mit dem verwendeten Code anfangen. Auf diese Weise kannst Du Nachrichten in einer feindlichen Umgebung absetzen, ohne entdeckt oder abgehört zu werden. Stelle aber sicher, dass Deine Muster sich genügend von den originalen Rufen unterscheiden – und Du Dich nicht versehentlich mit einer tatsächlichen Ente unterhältst.

 

Tritt- und Sprengfallen

Trittfallen, die Dich vor ungebetenen Eindringlingen warnen, sind immer eine gute Idee. Sie können derart gestaltet sein, dass ihr Anschlag weit sichtbar oder hörbar ist. Ich las einmal von Trittfallen, die mit kleinen Feuerwerkskörper verbunden waren.

Marodeure sind nicht immer darauf aus, Dein Haus einzunehmen, und es mag noch andere unangenehme Leute geben, die die Gegend durchstreifen. Doch dann weiß jeder, wo sich der Herumtreiber befindet. Falls Du genötigt bist, im Freien an einem Feuer zu übernachten, können etwas Schwarzpulver und Rauchbomben nützlich sein. Wenn Dein Camp überfallen wird, kannst Du sie ins Feuer werfen und eine akustische und visuelle Ablenkung und Verwirrung kreieren, die Dir einen Vorteil ermöglicht.

 

Graffiti


Grafitti Prepper Kommunikation

Wandmalereien sind ein gewohntes Bild in unseren Innenstädten und dienen neben künstlerischen Ambitionen auch der Markierung eines Gebietes (vergleiche hierzu die Bezeichnung „to tag“ = „bezeichnen, markieren“ für kleinere Graffiti). Die Bedeutung verschiedener Tags zu kennen, kann sehr nützlich sein. Eigene Zeichen zu entwickeln kann ebenso hilfreich sein. In einem urbanen Bereich, wo Graffiti überall zu finden sind, kann ein einzelnes Zeichen inmitten der unzähligen Kleinkunstwerke Deinen Partner Nachrichten übermitteln. Vermeide die Verwendung von Wörtern oder Zeichen, die allzu offensichtlich sind oder von anderen leicht gefälscht werden können.

 

Hobo Code

Unter den amerikanischen Wanderarbeitern (Hobo – kurz für Hoe Boy = Junge mit Hacke, Wanderarbeiter) hat sich über die Zeit ein Zeichencode entwickelt. Diese kleinen Piktogramme wurden in Telefonzellen, Bahnhöfen und Mauern entlang der Bahngleisen eingeritzt und dienten dazu, nah gelegene Camps, freundliche und feindliche Banden und ähnliches zu kennzeichnen.

Nicht viele Menschen sind mit den Zeichen heute vertraut, was einen Vorteil bietet. Doch falls Du damit Menschen anlocken willst, sei auf mögliche Gefahren der Kontaktaufnahme mit Fremden vorbereitet. Die Zeichen sind günstig für jene, die nur eine lose Verbindung zu anderen Preppern haben und lediglich im Notfall an einer ausgeweiteten Kooperation interessiert sind. Im Falle eines solchen Netzwerkes sind diese Zeichen ein gutes Mittel, sich gegenseitig zu finden und zu verständigen.

 

Rendezvous

Treffpunkte oder Pläne, falls ein Kontakt abbricht, sollten ein fester Bestandteil Deiner Kommunikationsplanungen sein. Jeder in Deiner Gruppe, ob Familie oder die gesamte Nachbarschaft, sollte wissen, wie er die anderen im Notfall erreichen kann, was die Signale und Codes bedeuten und wie er sich verhalten soll, falls der Kontakt abbricht. Übung macht den Meister!

Dies ist nur eine vorläufige Liste, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Es ist wichtig Deine spezielle Situation richtig zu analysieren, wenn Du Deine Pläne erstellst. Bedenke, welche Methoden für Dich leicht zugänglich und vertrauensvoll sind.

Mike Baumann
Mike Baumann - Prepper aus Leidenschaft. Ich versorge Euch hier mit Informationen rund ums Thema Prepping, Bug-Out und Selbstversorgung. Vorbereitet sein ist schließlich besser, als hinterherlaufen.

Noch keine Kommentare

Kommentieren

*