Was gehört unbedingt in Deinen Bug-Out-Bag?

„Bug Out“ bedeutet auf deutsch soviel wie „Entschlüpfen, Flüchten, Abhauen, Entkommen“. Um einer großen Gefahrensituation zu entkommen, brauchst Du ein spezielles tragbares Notfall-Set, sprich einen Bug-Out-Bag.

Das ist eine Tasche, deren Inhalt Du vermutlich oft veränderst, weil Dir noch etwas wichtiges und bisher übersehenes einfällt oder Du glaubst, sie könnte allmählich zu schwer werden.

Die Wahrheit ist, Du wirst nie ganz fertig mit dem Zusammenstellen Deines Bug-Out-Bag. Dir werden immer wieder Sachen einfallen, die Du noch hinzufügen kannst, nur um dann festzustellen, dass er nun zu schwer ist. Dann wird es wiederum schwer sein, sich von einem der nützlichen Gegenstände zu trennen – ein wahres Dilemma! Was ist also eine gute Balance?

Ich werde in diesem Artikel ein paar Listen beschreiben, die Dir als Anregung für Deine eigene B.O.B. dienen können. Zu allererst werde ich noch ein paar häufige Fragen besprechen.

Was für Arten und Bezeichnungen gibt es?

Viele fragen sich, ob ein Bug Out Bag dasselbe ist wie ein 72-Stunden-Notfall-Set. Im Grunde genommen ist letzteres eine spezielle Form des ersteren. Du findest sie auch unter der Bezeichnung „Fluchtgepäck“ oder im englischen unter „Grab and Go Emergency Kit“.

Das ist zumeist eine Tasche, die auf möglichst viele Notsituationen eingestellt ist und somit eine gute Grundlage für Dich liefert. Die 72 Stunden wurden dabei gewählt, weil im Schnitt Personen am dritten Tag gerettet werden oder selbst wieder die Zivilisation erreichen.

Darüber hinaus gibt es noch B.O.B., die für einen längeren Zeitraum ausgelegt sind. Sie werden zum Beispiel als „Sustainability Kit“ (Nachhaltigkeits-Kit) bezeichnet. Normalerweise finden sich in diesen Taschen andere Sachen als in dem 72-Stunden-Kit und sie sind in den Ausmaßen größer.

Ich werde für beide Sorten von Bug-Out-Bags Listen vorschlagen.

 

72-Stunden-Notfall-Set

Meiner Meinung nach solltest Du jeweils eins im Auto und eins in Deinem Haus platzieren. Es ist auch ratsam, dass alle Mitglieder Deiner Familie jeweils eins im Haus haben, das sie im Notfall schnell greifen können, bevor sie das Haus verlassen und zusätzlich eins im Kofferraum Deines Autos.

Es hört sich sicherlich ein wenig übertrieben an, so viele Taschen im Haus und im Auto zu lagern, aber im Falle des Falles ist eine Absicherung für alle Familienmitglieder sehr wertvoll. So bist Du immer bestens vorbereitet, sowohl unterwegs als auch zu Hause – und Du wirst im Notfall sehr zu schätzen wissen.

Bevor wir die wichtigsten Sachen aufzählen, möchte ich noch anmerken, dass sich manche Gegenstände innerhalb einer Gruppe auch gemeinsam benutzen lassen. So brauchst Du vielleicht nicht gleich für jeden zwei Dosenöffner kaufen – und kannst so ein bißchen Geld sparen. Außerdem sollten dieser Liste alle verschriebenen Medikamente hinzugefügt werden.

 

Ein 72 Stunden Bug-Out-Bag sollte folgende Sachen enthalten:

 

Diese Sachen solltest Du in einer gut zu tragenden Tasche verstauen – ein Rucksack eignet sich am besten. Dabei solltest Du darauf achten, wasserempfindliche Sachen in wasserdichten und verschließbaren Beuteln aufzubewahren.

Diese Ausrüstung sollte sowohl Erwachsenen als auch Kindern helfen. Für Säuglinge würde sich die Liste um ein paar Punkte erweitern, allerdings wissen das die betroffenen selbst am besten, da sie immer eine Art Bug-Out-Bag für Säuglinge im Kinderwagen haben, sobald sie das Haus verlassen. Eine spannende Frage ist dabei, welche Windeln man verwenden will. Hat man genügend Wasser durch Seen und Flüsse zur Verfügung, kann man vielleicht mit zwei Stoffwindel zurecht kommen und hat somit weniger Gepäck. Doch wenn Wasser selten ist, wird man seinen eigenen Proviant nur ungern für die Reinigung einer Windel benutzen wollen.

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Sustainability Kit – Die ultimative Bug-Out-Bag

Dein Sustainability Kit unterscheidet sich stark von Deinem 72-Stunden-Notfall-Set, denn es ist nicht für drei Tage ausgelegt, sondern für einen Zeitraum zwischen 3 Wochen und 3 Monaten.

Bei einem Sustainability Kit musst Du darauf achten, dass die Materialen besonders robust sind – das heißt: Stahl, Leder und reißfeste Stoffe. Deshalb wirst Du leichte Stoffe, wie Plastik und ähnliches, vermeiden wollen, damit Du auch in extremen Situationen Dich auf Deine Ausrüstung verlassen kannst. Allerdings musst dabei abwägen, wie schwer Dein Rucksack sein sollte, um noch ausreichend mobil zu sein – die meisten Ernstfälle erfordern längere Fußmärsche.

Ein „Drago Gear Tracker Backpack“ ist unter anderen ein geeigneter Rucksack. Er ist robust, aber dennoch leicht und bietet eine Menge an Stauraum. Hier ein paar Details:

 

  • Maße: 46 x 28 x 28 cm
  • Fadenstärke: 600 Denier
  • ideale Balance zwischen Kapazität und Tragbarkeit
  • vier getrennte Taschenräume zum verstauen
  • Premium Back Relief Panel (fördert Luft zwischen Rücken und Rucksack)

Am besten Ihr schaut ihn Euch mal selbst an und vergleicht ihn mit anderen Modellen. Achte auf eine hohe Fadenstärke und voneinander getrennte Bereiche, um eine gewisse Ordnung beim Packen zu haben.

Weil ein komplett gepacktes Sustainability Kit teuer werden kann, wird man sich wohl darauf beschränken müssen, nur eins pro Person zu Hause zu lagern. Kommen wir nun zum Inhalt:

 

Wasser und Wasseraufbereitung:

 

Lebensmittelversorgung:

 

Hygieneartikel:

  • Zahnbürste
  • Spiegel
  • Toilettenpapier
  • Sonnencreme
  • Desinfizier-Tücher
  • Seife

 

Kommunikation:

 

Unterkunft:

 

Medizinische Versorgung:

 

Werkzeug:

 

Feuer machen:

 

Kleidung:

  • langärmliges Hemd/Shirt
  • lange Hosen
  • Unterwäsche
  • Wollsocken
  • Fleecejacke
  • Regenjacke
  • Handschuhe
  • Kopfbedeckung
  • Schal
  • festes Schuhwerk

 

Beleuchtung:

 

Orientierung und Reisen:

  • regionale Landkarten
  • Kompass
  • Bargeld
  • wasserfestes Papier und Stift
  • Notruf-Pfeife

 

Weitere mögliche Gegenstände:

  • kleine Axt
  • Isolierband
  • Aluminiumfolie
  • Essig
  • Erste-Hilfe-Wolldecke
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Diese Auflistung ist sehr ausführlich und vor allem ist nicht alles unbedingt notwendig – so kannst Du oftmals eine Auswahl aus den Vorschlägen treffen. Zum Beispiel machen eine große Plane und Seile das Zelt überflüssig. Du solltest also Dein individuelles Set zusammenstellen und eine gute Balance aus umfassender Ausrüstung und erträglichem Gewicht finden. Damit Du aber weißt, was unbedingt eingepackt werden sollte, liste ich nochmal die zehn notwendigsten Sachen auf:

 

  • Feldflasche mit Wasserfilter
  • Schweizer Armee-Messer
  • Feuerzeug/Streichhölzer
  • Taschenlampe (handbetrieben)
  • Kompass
  • Rettungsdecke
  • Klappspaten
  • Erste-Hilfe-Kasten oder medizinisches Handbuch
  • Wanderschuhe
  • Dosenöffner

 

So, das war es von meiner Seite. Wie sieht Eure Bug-Out-Bag aus? Wie schwer ist sie und auf was könnt Ihr verzichten?

 

3 Kommentare

  1. Sehr ausführliche Liste.
    Ich optimiere immer noch meine Lebensmittelversorgung, werde einfach nicht fertig. Es gibt zu viele Möglichkeiten für eine abwechslungsreiche Ernährung, auch für ein BOB.

    LG

  2. Hi…
    …. das Thema BOB oder INCH ( i never Cole Home) Rucksack ist breit gefächert und jeder hat da seine Idee und Theorie, wie man das ausstatten sollte. Ich hatte gedacht , hier noch ein paar nützliche Tipps zu finden , aber schon bei eurer Empfehlung, was in ein BOB gehört , hab ich aufgehört , weiter zu lesen. Alleine der Tip , das die Ausrüstung in eine Tasche soll ist Unsinn. Die wird mit Wasser ca. 10-11 kg wiegen. Und laut eurer Empfehlung sollen das auch Kinder schleppen. Und einen von 2 überlebensnotwendigen Faktoren hab ihr völlig vergessen. Feuer ! Wie mach ich denn mit eurem BOB Feuer ?
    Was nützen mir Landkarten ohne Kompass ? Braucht man nicht auch ein Messer ??
    Ich könnte jetzt hier beliebig fortfahren.
    Schade , ich hätte da mehr erwartet !
    Mit freundlichen Grüßen
    Ronn Buddh

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