Niemand weiß, wieviele Prepper derzeit über den Erdball wandern, aber es dürfte sich im Bereich von einem Prozent der Bevölkerung halten. Aber wer sorgt für die anderen 99 Prozent der Menschen, wenn größere Katastrophen ausbrechen?

Ich schätze, viele werden sich auf die Regierungsorganisationen verlassen. Allerdings kommt es selbst in der westlichen Welt immer wieder zu Katastrophen, welche die Möglichkeiten der jeweiligen Regierung überfordern. Kein Staat kann in dieser Hinsicht für eine absolute Sicherheit sorgen.

Da diese Situationen sich immer wieder ereignen, bleibt nur die Frage, wie Du damit umgehen willst. Wirst Du Dich auf fremde Hilfe verlassen, wenn es um die Rettung Deiner Familie geht, oder nimmst Du Dein Schicksal lieber selbst in die Hand und sicherst das Überleben Deiner Liebsten?

Am Anfang scheint das Projekt der Vorbereitung für den Ernstfall etwas überwältigend, wenn Du daran denkst, was Dir noch alles an Ausrüstung und ähnlichem fehlt. Des weiteren besitzt nicht jeder die wichtigen Fähigkeiten und Informationen, um in einer post-apokalyptischen Welt zu überleben.

 

Der Ultimative Guide – Prepper in 20 Schritten

Verzweifel nicht. Hier kommt Dein Leitfaden, gut vorbereitet zu sein. Wo stehst Du jetzt und was musst Du tun, um Dein Ziel zu erreichen? Und vor allem zwingt Dich diese Anleitung nicht dazu, Unsummen auszugeben, denn die meisten Tipps und Anregungen sind größtenteils kostenlos.

 

Die vier Stufen der Vorbereitung

Nach meinen Erfahrungen lassen sich Prepper, die sich auf dieser Seite herumtreiben, in vier Stufen unterteilen. Diese beziehen sich auf den Stand der Vorbereitungen.

 

Der Prepping-Interessierte

Er spielt mit dem Gedanken, sich auf Notfälle vorzubereiten, weiß aber nicht genau, wo er beginnen soll. Unter Umständen nimmt er auch an, eine gute Vorbereitung könnte zu kostspielig werden.

 

Der Prepper-Neuling

Er hat bereits begonnen, seine Vorbereitungen voran zu treiben, benötigt aber Hilfe, sich durch den überwältigenden Berg an Strategien und Hinweise durchzuarbeiten. Er braucht Unterstützung und Hinweise, ob sein eingeschlagener Weg auf seiner Reise zumindest in die richtige Richtung geht.

 

Der Engagierte Prepper

Er hat den Prepper-Lebensstil bereits voll verinnerlicht. Er hat Vorräte, Ausrüstung und Wissen gesammelt, aber feilt noch an Verbesserungen, wenn es um Notfall-Medizin, Leben ohne Energieversorgung oder zivile Unruhen geht. Er teilt gern sein Wissen mit anderen Mitgliedern der Community und hilft ihnen voranzukommen. Ich sehe mich selbst in dieser Gruppe.

 

Der Knallharte

fortgeschrittener prepperEr plant für alle größtmöglichen Katastrophen und investiert viel Zeit und Energie darin, diese zu überleben. Der knallharte Prepper hat vermutlich einen sicheren Zufluchtsort mit allen Annehmlichkeiten und kann entspannt dem Ende der Welt zusehen. Mitunter ist er auch sehr verschwiegen und behält sein Wissen lieber für sich, um die Sicherheit seiner Mission zu erhöhen.

Diese Prepper werden häufig aufgrund ihres ausgefallenen Lebenswandels in den Medien präsentiert. Leider hält das viele davon ab, sich überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen, da sie sich einen solchen Aufwand nicht leisten können oder wollen. Aber kein Grund zur Verzweiflung. Dies ist nur das äußerste Ende der Fahnenstange und ist nicht notwendig, um die meisten wahrscheinlichen Katastrophen, mit denen wir es zu tun haben könnten, zu überstehen.

Diese vier Stufen könnten wohl noch in unzählige Unterbereiche gegliedert werden, aber um der Einfachheit willen belassen wir es dabei.

Auf einer dieser Stufen wird sich wohl jeder von Euch wiederfinden – und das ist hervorragend! Denn eins ist Euch allen gemein: Ihr habt verstanden, dass Ihr mehr Vorbereitung braucht. Wenn diese Erkenntnis erstmal durchgesickert ist, sind die weiteren Schritte einfach und ergeben sich nahezu von selbst.

 

20 Schritte zum Prepper

Damit kommen wir zum Thema dieses Artikels. Die folgenden 20 Schritte beziehen sich natürlich hauptsächlich auf die beiden ersten Stufen.

 

Beginne mit kleinen Schritten

Tief durchatmen und los geht’s. Lass Dich nicht von mangelnder Erfahrung und fehlendem Wissen überwältigen. Es gibt unzählige Hinweise und Berichte für einen sinnvollen Beginn der Vorbereitungen. Und nimm Dir den ein oder anderen Witz von Bekannten und Freunden nicht so zu Herzen.

 

Langsam Beginnen

Mach Dir noch keine Sorgen über langzeitige Folgen. Am Anfang solltest Du mit einer Versorgung für drei Tage beginnen. Mit der Zeit und Erfahrung kannst Du diese dann auf sieben Tage, einen Monat u.s.w. ausbauen. Aber vorerst solltest Du entspannt anfangen. Das heißt, lege einen Wasservorrat an, lagere unverderbliche Lebensmittel und notwendige Medizin.

 

Plane einen Energieausfall

Ein längerer Energieausfall geht mit den meisten Desastern Hand in Hand. Besorge Dir gute Taschenlampen (wie zum Beispiel diese), Ersatzbatterien, Kerzen und ein gutes Feuerzeug. Später kannst Du Dich dann mit aufwendigeren Ausrüstungen befassen, wie zum Beispiel einer Stromquelle.

 

Bestimme die wahrscheinlichste Katastrophe in Deiner Gegend

Jede Umgebung ist für bestimmte Katastrophen besonders anfällig. Auf dem Land sind Überschwemmungen und Waldbrände wahrscheinlich, in urbanen Gebieten gehören zivile Unruhen zu den Gefahren. Das Rheinland ist noch immer Erdbebenregion und in Gebirgslagen können Erdrutsche oder Lavinen Dich auf längere Zeit von der Infrastruktur abschneiden. Wozu gehört Deine Gegend? Wie kannst Du Dich davor schützen?

 

Erstelle eine Kontaktliste für Notfälle

In vielen kleineren Katastrophen bleibt das Kommunikationsnetz intakt. Für diese Fälle solltest Du eine Liste anlegen, auf der alle wichtigen Nummern von Krankenhäuser, Ärzten, Feuerwehr aber auch Deiner nächsten Verwandten und Bekannten stehen.

 

Speicher soviel Wasser wie möglich und lerne es zu filtern

Lege den größtmöglichen Wasservorrat an. Durchsuche Deine Wohnung nach möglichen Lagerplätzen. Benutze Flaschen, Kanister und Gläser soviel Du hast.

Darüber hinaus brauchst Du auch Wasserquellen in Deiner Umgebung, wie zum Beispiel Bäche, Seen und Pools. Lerne dieses Wasser durch Filtern in Trinkwasser umzuwandeln (z.B. damit). Für weitergehende Informationen zum Wasser, kannst Du diesen Artikel lesen.

 

Ordne wichtige Dokumente

Fertige Kopien von allen wichtigen Dokumenten an oder stelle sie selbst in einem Ordner zusammen, sodass sie jederzeit griffbereit liegen. Diese Dokumente werden Dir helfen, Dich in den Notfalllagern zu identifizieren und die nötige medizinische Versorgung zu erhalten. Ich habe in diesem Ordner auch Bilder von allen Familienmitglieder für den Fall, dass wir bei einer Katastrophe nicht beisammen sind.

Dabei kann ich nur empfehlen, Dir eine feuerfeste und Wasserdichte Dokumentenbox wie diese hier zuzulegen. Hier sind alle wichtigen Unterlagen sicher und transportfähig verstaut. Eine solche Box zählt in meinen Augen zu den ersten wichtigen Anschaffungen eines Preppers.

 

Entwickle einen Kommunikations- und Notfallplan

In diesem Fall (Deine Familie ist getrennt) benötigst Du auch einen gut durchdachten Plan. Dieser sollte regeln, wie sich Deine Lieben im Notfall erreichen können und einen dafür vorgesehenen Treffpunkt enthalten. Trainiere diesen Plan ein paar mal mit Deiner Familie, um sie daran zu gewöhnen.

 

Lerne einfach zu kochen

Am besten fängst Du mit Reis und Bohnen oder etwas vergleichbarem an. Einerseits nahrhaft, anderseits trocken zu lagern, geben sie ein gutes Essen für den Notfall. Lerne nun mit einfachen Mitteln zu kochen. Benutze Campingkocher oder offenes Feuer, um für Stromausfälle gewappnet zu sein.

 

Entwickle eine alternative Hygiene

Das ist ein entscheidender Punkt, wenn die Versorgung zusammenbricht. Was machst Du, wenn Deine Toilettenspülung nicht mehr funktioniert? Wie wäschst Du Dich? Bakterielle Infektionen gehören zu Deinen großen Feinden, wenn eine medizinische Versorgung nicht mehr gegeben ist. Achte also auf Deine Hygiene. Es kann dabei auch nicht schaden, eine alternative Toilette wie diese parat zu haben.

 

Halte Dich fit

Beginne täglich Sport zu treiben und fit zu bleiben. Das heißt nicht, dass Du dünn sein musst. Es geht darum, eine kräftige Statur zu entwickeln, um in der Lage zu sein, körperliche Arbeit über lange Zeit verrichten zu können. Egal, was Du im Einzelnen machst, Fahrradfahren, Joggen oder Gewichte heben. Hauptsache Deine Muskeln fühlen sich wohl. Dieser Artikel wird Dir helfen, hier den richtigen Ansatz zu wählen.

 

Lerne wichtige Fähigkeiten

Dieser Punkt macht wirklich Spaß. Es geht darum, Fähigkeiten zu lernen, die Du im Alltag zwar nicht unbedingt brauchst, aber im Ernstfall entscheidend sind. Übe Dich im Gartenbau, pflanze Deine Lebensmittel selbst an und lerne sie zu konservieren.

feuer machen

Probiere Angeln oder Jagen aus. Geh Zelten, lerne ein Feuer zu machen und unter freiem Himmel zu schlafen. Lerne, ein Messer vielfältig zu nutzen. Vor allem kannst Du Deine ganze Familie daran beteiligen, sodass später eine effektive Arbeitsteilung möglich ist.

 

Lerne Deine Nachbarn kennen

Deine Nachbarn kennenzulernen ist auch im Alltag eine vernünftige Sache, aber es ist absolut wichtig im Ernstfall seine Mitstreiter zu kennen. Unter Umständen könnt Ihr Euch untereinander aushelfen und so die Effizienz erhöhen. Ebenso solltest Du mögliche Gefahren dadurch erkennen. Wer könnte in einer verzweifelten Situation zu unzivilisierten Mitteln greifen? Und damit kommen wir zum nächsten Punkt.

 

Entwickle eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten

Unabhängig, wo Du wohnst oder wie Deine Familiensituation ist, Du solltest Kontakt zu Gleichgesinnten aufnehmen. Zum einen könnt Ihr Euch wertvolle Ratschläge geben und Eure jeweiligen Entscheidungen diskutieren. Und zum anderen könnt Ihr Euch im Notfall gegenseitig unterstützen. Und für alle Einzelgänger: Du solltest mindestens einen Menschen haben, um Euch gegenseitig den Rücken frei zu halten.

 

Sammle Survival-Literatur

Niemand kann sich jedes Detail über jeglichen Sachverhalt merken. Egal wie trainiert und informiert Du bist, es wird immer Situationen geben, in denen Dir eine wichtige Information entfallen ist oder Du schlichtweg nicht kennst. Lege Dir also eine kleine Bibliothek zu.

Hier sind ein paar Vorschläge aus meiner eigenen Sammlung:

 

Erstelle eine Bug-Out-Bag

bug-out-bagSich während einer Katastrophe aus dem Staub zu machen, ist meist eine sinnvolle Alternative zum „einigeln“ in den eigenen vier Wänden. Das heißt nicht, dass Du in den nächstgelegenen Wald rennen musst, aber ein Ort für alle Fälle zu haben, an dem die Risiken geringer sind, ist sehr ratsam. Ob Du nun zu Verwandten aufs Land fährst oder eine kleine Hütte in den Bergen hast, Du wirst ein paar Utensilien benötigen, um sicher dort hinzukommen.

Eine Bug-Out-Bag, die leicht zutragen ist und die wichtigsten Dinge enthält, um zu überleben, sollte jedes Mitglied Deiner Familie oder Gruppe besitzen. Für weitere Informationen empfehle ich unsere Ultimative Liste zum Bug Out Bag.

 

Erstelle einen Evakuierungsplan

Neben der Bug-Out-Bag solltest Du Dir auch Gedanken über den Weg zu Deinem Zufluchtsort zu machen. Bedenke dabei, dass manche Transportmittel und Wege im Ernstfall nicht benutzbar sind. Entwickle am besten einige Alternativ-Routen. Je unbemerkter Du reisen kannst, umso sicherer.

Wenn Du diesen Plan erstellt hast, solltest Du ihn einige male proben und die Routen zur Sicherheit mindestens einmal im Jahr abfahren. Du solltest auch einen Weg haben, falls Du zu Fuß gehen musst.

 

Denke an das geistige Wohlbefinden

Dieser Punkt ist etwas umstritten in der Community, aber ich halte ihn dennoch für sinnvoll. Grundsätzlich packst und lagerst Du natürlich nur absolut lebenswichtige Dinge, allerdings können ein paar Abweichung davon durchaus wichtig werden.

In einer Notfall-Situation, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, wird das Nervenkostüm stark auf die Probe gestellt. Ein paar angenehme Gegenstände können dem entgegen wirken. Für den einen mag es gutes Buch (sinnvollerweise in einer kleine Reclam-Edition), für den anderen ein guter Whiskey sein – Hauptsache es erinnert Dich daran, ein Mensch zu sein und hilft Dir dabei abzuschalten. Dieser Punkt wird noch wichtiger, wenn Du Kinder hast, denn diese werden nicht ohne weiteres die notwendigen Einschränkungen verstehen und akzeptieren.

 

Lerne Erste Hilfe

In vielen Katastrophen ist eine medizinische Versorgung schwer zu erhalten. Lerne deshalb, eine Erste-Hilfe-Versorgung leisten zu können. Dafür brauchst Du auch ein gut sortiertes Erste-Hilfe-Set, das für Verletzungen und Krankheiten ausgelegt ist. Interessiere Dich für Arzneimittel, die Du aus der Natur gewinnen kannst und legen Dir ein gutes Buch über Survival-Medizin zu.

 

Lerne Dich zu verteidigen

 

Dies ist ein heikler Punkt. In keiner Weise rufe ich zur Anwendung von Gewalt auf. Allerdings solltest Du auch bedenken, dass es Szenarien geben kann, in denen Deine ganze Vorbereitung durch andere, sicherlich verzweifelte oder hungrige Menschen gefährdet ist.

Wie gut ist Deine Wohnung gegen Einbruch gesichert? Wie gut kannst Du Dich gegen körperliche Angriffe zur Wehr setzen? Und wie kannst Du die Sicherheit Deiner Familie gewährleisten? Für eine ausführliche Besprechung dieses Themas, empfehle ich meinen letzten Artikel.

 

Fazit

Alle 20 Schritte, die ich hier aufgelistet habe, sind nur ein Anfang. Zu jedem Punkt ließen sich ganze Bücher füllen und Du wirst nie ganz auslernen. Aber für eine anfängliche Orientierung sollten sie erstmal einen guten Überblick bieten.

Lass Dich vor allem nicht durch die Menge an Themen überwältigen. Aller Anfang ist schwer, aber bekanntlich wohnt ihm auch ein Zauber inne. Und mit der Unterstützung unserer Community bist auch nicht allein auf Deinem Weg zum Prepper.

Was sind Eure Erfahrungen? Womit habt Ihr begonnen, Euch auf den Ernstfall vorzubereiten? Lasst es uns, wie immer, in den Kommentaren wissen.

 

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